BIG BUMMER IS BUILDING Y0U

Werner Schwarzanger
nach Jaron Lanier

Alle rundum überwachten Datennutzer
Bildet mit den Datenaufsaugalgorithmen
BUMMER heimlich zu Profilprodukten aus.
Durch die Newsfeedsuchtspirale sie verhunzend
Zieht er immer selbstbesinnungsloser sie
Auf der Stelle aus der Menschwerdweile raus.

Um sie immer optimaler zu verwerten,
Ziehen Feedbackwerber aus dem Hintergrund der
Plattformbillionäre die Versuchskaninchen
In die Filterblasenskinnerboxen vor.
Und die langweilanhedonisierten Smombys
Folgen ihren Suchanreizen nur zu gern.

Hündisch zu Profilprodukten abgerichtet
Im Gestell der Algorithmenschattenwelt,
Wo sie immer fiesre Horrorclownstaatsmännchen
Führen in die generelle Niedertracht,
Verunmenscheln socialmediaverfolgsam
Aus sich rausgerechnet sie zu Biobots.

Aus den überwachten Smombys schaltet BUMMER
Immer prompter jede Spur von Selbstbesinnung
In die geile Newsfeedsuchtspirale um,
Die als produzierte Menschmaschinenteile,
Die als unsterbliche Seelen sich vergessen
Alle rauswringt ins bizarre Arschlochland.

Urknallt dann die Künstliche Intelligenz
Als das Superhirn ob allen Biobots,
Holt es hinterhältigst die Bewusstseine
Hinter die antike Sklaverei zurück
Und stellt alle in die Globocloud gescannt
Nanobotisch todlos fest ins Arschlochland.

 

Arzttermin

Edds hommeä hoid scho widdeä übeä a Schdund waddn müssn. (Sie)
Miä mächd des niggs aus. (Er)
Obbä miä homm an Deämin ghobbd.
Donn kummämeä hold äs nächsda Moll glai a Schdund schbädeä.
Du dusdeä laichd! Donn müssmeä nu längeä waddn, wallmeä dseä schbäd dro sänn.
Woss regsdi nochäed su auf?
Äs nächsda Moll sochis dem Doggdäe gwiis, dossmeä su long waddn homm müssn.
Dess sächsdna doch widdeä ned.
Ich sochnass!
Eä hodd obbä gsochd, dassd nimmäe su vill redn sollsd.
Dess hoddäe ned gsochd.
Du sollsdi ned immeä su aufreeng, hoddeä gsochd; wecheä dain Bluddrugg!
Donn deäfeä uns obbä aa ned su long waddn lossn!
Miä mächd des niggs aus.
Gedsu, dsiich dain Mandl drübeä, dossmeä foädkumma; sunsd fäed uns deä Buss widdä foä deä nosn däfo.
Donn nemämä hold denn deänooch.
Dess is immeä dai Faddalismus, deä mi su aufreechd! Do kommeä goä niggs blona.
Hossd edds wengsdns dai Redsebbdé?
Di hossdoch du.
Niggs, di müssn in dain Hondäschla sai!
Und weä hoddenn noia Deämindseddl?
Ich waas fu kann Deämin.
Di Schbrächschdundnhilfe hoddiä an blaua Dseddl midn noia Deämin drauf geem.
Deä muss aa in dain Hondäschla sai.
Waaf ned rumm; denn weäsd in dai Hämd gschdeggd hom.
Dess könnd sai.
Es ledsda Moll hossdna aa in Däschla fu daim waißn Hämmeäd veägässn, un donn woäs nochm Waschn blau gfeäbd un deä Deämin woä nimmeä dsäe leesn.

© Stefan Fröhling

 

Ordentlich!

Ein Derhat’szuwasgebracht
Der ist viel ’rumgekommen in und auf der Welt
Der hatte sich was aufgebaut
Er ganz ganz allein?

Der war zu was gekommen: auch in C. und auch auf T.
Der hatte auch keine Frau, der hatte auch keine Kinder

Jetzt ist er gestorben: der Derhat’szuwasgebracht
Die Verwandtschaft, seine Erben
Die werden sich freu’n: Über sein vieles Geld …

Der Derhat’szuwasgebracht kam in die Unterwelt
Seine Strafe?
Er musste zusehen wie seine Erben den Nachlass verprassten
Der Glückliche

franz fichtl

 

bimbamberger obererbrückenglühwein – »Jungfrau« – »Alter Schwede« – »Bauernfänger«

der reinen ist alles rein
dem schwein ist alles schwein
dem reinen ist alles rein
im glühwein ist nicht alles wein

doch:
weine nicht, weine nicht
„balde, ach balde“
glühweinst auch du
„balde, ach balde“
rotkotzt auch du

warte,
warte, noch ein weilchen“
dann, ach dann:
glühst auch du

für fränginnen und frangen:
nein glühwein komm
d so manchs nei.
du nuch
awäng wasser nei, damid die leud was ham vo ihrn geld.

franz fichtl

 

„Am Grab von Rainer Maria Rilke“

Erich Weiß

Ein außergewöhnlicher Einzeldruck eines Gedichtes von Andreas Reuß – inspiriert von einem Besuch des Grabes von Rainer Maria Rilke in Raron/Schweiz
Mutig und gelungen!
Machen Sie sich die Freude mit diesem Einzelblattdruck.

Am Grab von Rainer Maria Rilke
Gedicht von Andreas Reuß
Erhältlich im Buchhandel.
DIN A 5, 8 Seiten, 5 Abb.
Erich Weiß Verlag
1,50 Euro

 

 

 

 


 

Deutscher PEN schreibt Lyrikpreis aus

Das PEN-Zentrum Deutschland schreibt den Kurt Sigel-Lyrikpreis 2018 aus. Er wird an eine/n Lyriker/in für Gedichte von hoher ästhetischer Qualität verliehen und ist mit € 4.000 dotiert. Stifter des Preises ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel, der sich als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden sowie von Büchern in hessischer Mundart, die er teilweise mit eigenen Zeichnungen und Cartoons illustrierte, einen Namen gemacht hat. Kurt Sigel ist seit 1974 Mitglied im deutschen PEN. Weiterlesen