Garten der Villa Schröppel: Muttertag kein „Tag der offenen Tür“ – die Patina reift nur langsam

Redaktion
Albin Egger-Lienz (1868-1926) Der Sämann

Albin Egger-Lienz (1868-1926): „Der Sämann“

Am Muttertag bleibt das Volk Zuhaus
Der Sämann streut Patina erst noch aus

Nach Mitteilung der städtischen Pressestelle wurde aus dem Tag der offenen Tür – ursprünglich am Muttertag geplant – ein „Fest der Generationen auf dem Michelsberg“, das nun am Samstag, 4. Juli, stattfinden soll. Ursprünglich wollte Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix das Volk zur Gartenschau an den Michelsberg bitten: Schröppel-Villa: Garten derzeit nicht präsentabel. Die sowieso überhöhte Bedeutung des von der Floristeninnung heftig protegierten MUTTERtags sollte diesem Auftritt gerade angemessen sein. Doch die Patina reift nicht so, wie gewünscht. Erfahrene Denkmalpfleger wissen hierum – und pflegen sie umso sorgsamer. Welches Saatgut der oben Dargestellte verwendet, bleibt bislang sein Gärtnerwissen.

Acht Wochen mehr Zeit, um üppiges Gras über den seiner Denkmaleigenschaften geraubten Garten der Villa Schröppel wachsen zu lassen: Neue Bäume und jeder Grashalm suchen derweil ihre Wurzel zu gründen, eine zur Straße hin gepflanzte Hecke (die es nie im ursprünglichen Bepflanzungskonzept des von Häberle gezeichneten Gartens gab) ihren Bewuchs zu verdichten und der neue Pavillon (der den ursprünglich restaurierungsfähigen originalen ersetzt) sucht in der grellen Sonne auf der repräsentativen Pergola (ebenfalls eine Erfindung des 21. Jahrhunderts) sein Plätzchen zu finden (was ihm leider nur schwer gelingen kann), derweil die Grotte ihre Lauschigkeit vermisst und sich über ihr Riesen-Brunnen-Becken wundert und reichlich von der neuen Steinmauer eingezwängt und bedrängt fühlt, viele laufende Meter neuer Steinmauern noch gründen müssen, die erfundene mächtige, beleuchtete Angeber-Treppe sich breit macht, während vom Portal Heinrich und Kunigunde die Stirn runzeln und des Nächtens unter dem Schutz des Engels bislang kaum Vernommenes raunen. Und sich nur wundern – ob des sinnlosen Vernichtungswahns und der (Steuer-)Geldverschwendung – DAS hatten sie sich wohl vor 1000 Jahren anders gedacht.

Michaelsportal 2014. Foto: Erich Weiß

Michaelsportal 2014. Foto: Erich Weiß

Die Villa Schröppel ist hierbei nur ein kleiner Teil des umfangreichen Gesamtprogramms, an dem sich zahlreiche Dienststellen beteiligen werden (u.a. auch die Musikschule). Die Terminverschiebung hat zum einen organisatorische Gründe, diese alle unter einen Hut zu bekommen. Da an diesem Tag auch etliche Beschäftigte dienstlich eingesetzt sind, wäre zudem der Muttertag ungünstig gewesen (der Tag sollte ja den Müttern und Familien gehören).

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Schröppel-Villa: Garten derzeit nicht präsentabel / Sachstandsbericht Villa Schröppel im Bausenat: nichts schriftlich /Villa Schröppel: ehemals ein Kleinod am Michaelsberg 8e – Garten kaputt saniert / Gartendenkmalpflege geht anders: Offener Brief der Schutzgemeinschaft – Hätte der FT die Schutzgemeinschaft zuvor kontaktiert, hätte man die eigene, durchaus selbst recherchierte Sicht über die Vorgangsweise bei der Sanierung des Bau- und Gartendenkmals Villa Schröppel darlegen können, die sich im Übrigen mit der von Frau Hartleitner deckt. / Villa Schröppel – Der FT-Artikel von Jutta Behr-Groh: Möge dem geneigten Leser ein Licht aufgehen! Oder: Das Ministerium für Wahrheit hat zugeschlagen – Richtig- und Gegendarstellung tut not. / Sanierung Kloster Michelsberg: FDP fordert Expertenbeirat aus der Bürgerschaft

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