Lesetipp WebZet: notleidender Handel in der Innenstadt

Redaktion
Rückwand am Grünen Markt (Ostseite). Foto: Erich Weiß

Rückwand am Grünen Markt (Ostseite). Foto: Erich Weiß

Nun ist es raus: Dem Bamberger Einzelhandel geht es nicht gut, gerade am Grünen Markt, in Bambergs Vorzeigelage. Die WebZet beruft sich auf Schreiben von mehreren Einzelhändlern: Notleidender Handel in der Innenstadt. Sie klagen über die Verdrängung – besonders während des Weihnachtsmarktes durch die Aufstellung der Buden – aus der 1a Lage. Ein Phänomen, das sich während fast aller Events beobachten lässt. Kontraproduktiv bis geschäftsschädigend, ästhetisch zu beanstanden sowieso.

Nutzen die Events dem Bamberger Handel?

Sie nutzen vor allem dem Bekanntheitsgrad des Citymanagers Klaus Stieringer, der seither über die Bamberger Realisten als Stadtrat nicht nur in die SPD wechselte, sondern jüngst den SPD-Sprecher gibt, den Vorstand der AWO übernommen hat und als Macher der GroKo gilt. Und den Slogan „Bamberg geht es gut“ vertritt. Die Events nutzen nicht nur seinem Bekanntheitsgrad, sondern dem Säkel des Stadtmarketing, das sich bei Events kurzerhand, weil in der anstößigen Rolle des Mitbewerbers, sich die besten Plätze selbst vergibt, siehe Bamberg hat den Blues: Banker-Immobilieninvestoren-Bühnen, “Kultur zum Nulltarif” und die Bamberger Bratwurst. Ein Verdrängungswettbewerb auf höchsten Touren.

Geht das auch in schön? Und für alle verträglich?

Laut WebZet liegen nun mehrere Schreiben von Einzelhändler vor, die über die missratene Aufstellung der Marktstände klagen: ein Anblick, den sie und die Anwohner tagtäglich ertragen müssen. Sicher sind die Gemüse-Obst-Blumen-Händler ein wichtiges Standbein für die städtische Nahversorgung. Innenstadtbewohner möchten sie nicht mehr missen. Doch geht das auch in schön – und verträglich? „Geht das auch in schön?“ – die Wette mit Herrn Stieringer zu „Bamberg zaubert“

Leerstand? Eine mehr als zögerliche Erfassung redet die Tatsachen schön – Handlungsstrategien bleiben aus

Die städtische Wirtschaftsförderung stellte vor einem Jahr eine Erhebung zum Leerstand in der Innenstadt vor, die die Onlinezeitung unter die Lupe nahm Leerstand in der Innenstadt, der Bericht der Wirtschaftsförderung ist wenig dienlich. und zahlreiche Leserbeiträge veröffentlichte:  Leserbeitrag zum Leerstand in Bambergs Innenstadt / … noch ein LeserInbeitrag zum Leerstand in Bambergs Innenstadt. In der Wirtschaftsförderung war man nicht amused, kam jedoch dem Angebot einer Richtigstellung nicht nach. Bedauerlich, denn wo keine Problemeinsicht, da bleiben Handlungsstrategien aus. Einen Tipp hat die Wirtschaftsförderung allerdings gemeinsam mit dem Stadtmarketing: „Qualitätsoffensive Einzelhandel“. Eine Vortragsreihe mit den Themen Schaufenstergestaltung (Prof. Dr. Claudius A. Schmitz, Professor für Handel und Marketing an der Westfälischen Hochschule, Unternehmensberater) und Social Media / E-Business (Michael Ehlers, Geschäftsführender Gesellschafter der „Institut Michael Ehlers GmbH“) und Unternehmenskommunikation im Mittelstand (Martin Wilbers, FT, Leiter Unternehmenskommunikation & Marketing Services bei der Mediengruppe Oberfranken), die laut Stadt bislang „äußerst erfolgreich“ war. Inwiefern? Eine Worthülse verdeckt erneut Probleme.

Lass den Klick in Deiner Stadt

Ein interessanter, weil nützlicher und problembewusster, doch anstrengender und so ganz die Ansage „Bamberg geht es gut“ kolportierender Ansatz wäre  „Lass den Klick in Deiner Stadt“, lies hierzu Online-Handel schwächt die Einzelhändler. Darum “Lass den Klick in Deiner Stadt” – Während der Bamberger Citymanager Klaus Stieringer die Verödung der Innenstadt durch Großveranstaltungen als “Chefgastronom” zu verhindern sucht, sind andere Städte dabei, den innerstädtischen Handel mittels einer sich offensichtlich lohnenden Aktion zu stärken.

 Aktive Mitte macht’s vor

Bewusst ohne den Vertreter des Stadtmarketings organisiert sich „Aktive Mitte“: Aktive Mitte bringt’s: volle Häuser bei Kunst und Kultur im Leerstand / Weil wir Ungewöhnliches für die Innenstädte brauchen. / StreetArt statt Schmuddelfront – Kultur im Leerstand bringt Farbe ins Viertel

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Ästhetik im Alltag 1 / Fernsehtipp: Sommer-Events – Touristenmagnet oder Belastung?

Ein Gedanke zu „Lesetipp WebZet: notleidender Handel in der Innenstadt

  1. Was waren das noch für Zeiten als an der südlichen Promenade noch Platz für einen dauerhaften Markt war statt eines unsäglichen Omnibusbahnhofs. Bambergs Marktleute könnten dort ihren festen Platz finden und vom Bauernmarkt ergänzt werden und am Wochendend die Marktstände von der Hauptwchstraße aufnehmen. Und dazu die Kombination mit dem entstehenden Stadtmauerquartier – wenn das keine sichere Kundschaft bringt! In München steht der Viktualienmarkt auch nicht in der FuZo sondern gleich nebenan, und er ist ein weltweites Aushängeschild und eine Attraktion der Stadt!

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