CSU lehnt Ostumfahrung mehrheitlich ab

Redaktion

In ihrem jüngsten Statement hat die CSU den Bahnplänen für eine Osterweiterung eine Absage erteilt (unten). Sie favorisiert von den 9 Varianten zwei, eventuell zusätzlich die Tunnellösung.

  • V1: Viergleisiger Ausbau der Bestandsstrecke, DB-Vorentwurf = Neutrassierung von zwei Gleisen
  • V2: Viergleisiger Ausbau mit moderner Lärmschutztechnik
  • V3: Ost-Umfahrung, d.h. ICE- und Güterzüge mit Ziel Berlin fahren mit 230 beziehungsweise 160 km/h auf Neubautrasse west-östlich der Bundesautobahn 73
  • V4: Güterzugumfahrung (Variante AG Bahnsinn), d.h. nur Güterzüge auf Neubautrasse analog V3 mit West-Spange in Tieflage beziehungsweise unterirdisch
  • V5: Tunnel im Stadtgebiet, d.h. gemeinsame oder getrennte Röhren für alle Zugarten oder nur für Güterzüge
  • V6: Tieflage (rund 7 m) auf gesamter Länge und Breite, Unterführungen sind ebenerdig, in Teilen „Überdeckelung“
  • V7: Tieflage (rund 3 m) (Vorschlag MdB Silberhorn) auf gesamter Länge, Unterführungen werden zur Eisenbahnüberführungen
  • V8: partielle Tieferlegung im Bereich zwischen Münchner Ring und Strickerstraße, d.h. möglicher gemeinsamer Untersuchungsbereich Stadt und DB
  • V9: Geschwindigkeitsreduzierte Durchfahrt, d.h. 200 bzw. 160 km/h für ICE sowie <160 km/h für Güterzüge.

Warum also nicht auch langsamer fahren?

Eine Ostumfahrung würde gravierende Einschnitte in den als Bannwald geltenden Hauptsmoorwald bedeuten. Bereits der Autobahnausbau in den 1960er Jahren war ein empfindlicher und irreversibler Eingriff “Der 12-jährige Kampf um den Hauptsmoorwald ist umsonst gewesen”. In einem Siebenteiler hat der Forstamtsrat Richard Kaiser den Wald im Wandel der Zeit ausführlich dargelegt: In Teil I wurden bereits allgemeine Aspekte des Hauptsmoorwaldes angesprochen und somit ein Überblick geschaffen. Teil II befasste sich mit der Geschichte. Teil III widmete sich dem spannenden Teil der Waldfunktionen, wobei auch die Flösserei und allerhand Viecher angesprochen werden. Mit Teil IV des Hauptsmoorwald-Mehrteilers stellte Forsamtsrat Richard Kaiser die Erholungs- und Schutzfunktionen des Hauptmoorwaldes vor, in Teil V erläuterte er die Forstverwaltung am Beispiel Pödeldorf. Teil VI widmete sich bereits mit einem kulturgeschichtlichen Spaziergang der Waldarbeit und dem Sandabbau. Mit Teil VII folgte mit wunderbaren historischen Abbildungen und einem Einblick in die traditionellen Waldarbeit eine Fortsetzung.

CSU-Statement

Die Bamberger CSU lehnt die von der Deutschen Bahn am vergangenen Freitag als „machbar“ bezeichnete Ostumfahrung als Planungsvariante für den Ausbau der ICE-Strecke München-Berlin durch Bamberg mehrheitlich ab. An Stelle dessen sollen die Varianten 2 oder 9, d.h. ein Ausbau entlang der bestehenden Bahnstrecke, weiterverfolgt werden. Dies erklärten der wiedergewählte CSU-Kreisvorsitzende, Dr. Christian Lange, und der CSU-Fraktionsvorsitzende, Dr. Helmut Müller nach der Stadtratsfraktionssitzung am Montag, den 22.4.2013.

„Die CSU meint, dass es an der Zeit ist, dass der Stadtrat in seiner Gesamtheit erklärt, welche Streckenvariante er bevorzugt, damit der Oberbürgermeister und die Verwaltung in den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn mit einer klaren Position sprechen können,“ sagte Lange. „Die CSU lehnt die so genannte Ostumfahrung jedenfalls ab.“

Es sind in erster Linie vier Gründe, welche die CSU gegen die so genannte Ostumfahrung anführt. So durchschneidet die Ostumfahrung den Hauptsmoorwald als Naturerholungs- und Wasserschutzgebiet. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Anwohner im Bamberger Osten, in Kramersfeld und in der Gartenstadt neben der Autobahn und dem Flugfeld mit neuem Lärm rechnen müssen. Es erscheint aus CSU-Sicht nicht sinnvoll, die ICE-Strecke durch den bestehenden US-Standort zu planen und eventuell frei werdende Flächen zur Ansiedlung von mittelständischen Betrieben zu durchschneiden. Schließlich besteht die Gefahr, dass die ICE-Züge künftig um Bamberg herum geführt werden, so dass der ICE-Takthalt in Bamberg verloren geht.

„Daher spricht sich die CSU mehrheitlich dafür aus, die Varianten 2 oder 9 weiter zu verfolgen – gerne auch mit der Option einer Untertunnelung,“ bekräftigte Müller abschließend.

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