FDP will Neuanfang beim „Quartier an der Stadtmauer“

 Redaktion

Siegerentwurf, Ansicht Hellerstraße. Foto: Erich Weiß

Nach einem ersten Versuch der FDP vom Februar unternimmt sie einen neuerlichen  Schubser hinsichtlich des wichtigsten Bauprojekts in der Bamberger Innenstadt: dem Quartier an der Stadtmauer zwischen Langer Straße, Franz-Ludwig-Straße und Promenade. Vielfach haben wir berichtet. Offensichtlich ist der europaweit tätige Einkaufscenter-Entwickler und Investor Multi Development aus dem Rennen. Grundsätzlich muss bei einer Neubeplanung des zentral gelegenen Reviers, wo die Stadtmauer aus dem 13. an die aus dem 15. Jahrhundert stößt, archäologisch untersucht und die mit Sicherheit, weil augenscheinlich vorhandenen Reste dokumentiert werden. Diese unbedingt im Voraus nötige bauforscherische Untersuchung ist (noch) nicht Teil der politisch anvisierten Vorgehensweise. Doch ohne eine solche wird eine Beplanung des Quartiers erneut zum Scheitern verurteilt sein.

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FDP-Mitteilung

Liberale stellen Antrag an den Oberbürgermeister

Die FDP hat einen Antrag an Oberbürgermeister Andreas Starke gestellt, in dem sie fordert, dass sich die Stadtverwaltung für ein „Neues Denken“ bei der Entwicklung des „Quartiers an der Stadtmauer“ einsetzen soll (siehe Anlage). „Die Diskussionen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich eine Einkaufspassage der klassischen Form zwischen Langer Straße und ZOB nicht zufriedenstellend verwirklichen lässt. Wir sehen als FDP vor diesem Hintergrund die Gefahr eines weiteren jahrelangen Stillstands in Bezug auf das Quartier“, so FDP-Ortsvorsitzender Martin Pöhner.

Konkret beantragt die FDP, dass sich die Stadtverwaltung im Dialog mit der Sparkasse als Eigentümerin sowie potentiellen Investoren dafür einsetzen soll, dass die bisherigen Grundüberlegungen vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Anstatt an dem Grundprinzip festzuhalten, dass drei Ankermieter für eine Einkaufspassage zwischen Langer Straße und ZOB benötigt werden, soll ein Perspektivenwechsel vollzogen werden: Es soll ein „Magnet“ für die Lange Straße als Einkaufsstraße und einer für den Bereich am ZOB als Einkaufsbereich gesucht werden, um dort Entwicklungsimpulse für den Einkaufsstandort zu setzen.

Dazwischen sollte es aus der Sicht der Liberalen keine Einkaufspassage geben, sondern eine Mischnutzung aus Wohnen, Büros, Gastronomie und Erholung. Dies würde die Erhaltung aller denkmalgeschützten Gebäude ermöglichen.

„Mit diesem Konzept könnte zudem die Einkaufsfläche im Wesentlichen auf zwei größere neue Geschäfte beschränkt werden, die der Innenstadt als Ergänzung sicher gut tun würden. Auf zusätzliche kleine Ladenflächen, die den bestehenden Einzelhandelsgeschäften in der Innenstadt Konkurrenz machen würden, sollte möglichst verzichtet werden“, erläutert FDP-Kreisvorsitzender Jobst Giehler. Eine Passage zwischen Langer Straße und ZOB wäre auch in einem solchen Konzept sinnvoll, aber lediglich als attraktiv gestalteter Durchgang.

Zudem beantragt die FDP, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, ob in jenen Bereichen, in denen keine archäologischen Denkmäler im Boden erhalten sind, eine Quartierstiefgarage entstehen kann.

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