Baumfällung am Kloster Michelsberg?

Redaktion

Kloster Michaelsberg Bäume. Foto: KDB-Inventarband Michelsberg und Abtsberg, Bamberg/München 2009, Foto von 2004

Mit einem großen Event soll die Neukonzeption der Räume der Bürgerspitalstiftung am Michelsberg gefeiert werden: Chef des städtischen Immobilienmanagements und Kämmerer der Stadt Bamberg, Bertram Felix, gibt sich die Ehre (hier). Als zukünftiger Herr der Anlage schlägt er Wellen. Zwar hat jüngst ein Vorschlag für große Zustimmung gesorgt, den Klosterinnenhof weitgehend von parkenden Autos freizuräumen, im Gegenzug bräuchte man allerdings zur „Ordnung“ des Parkverkehrs am Berg ein mehrstöckiges Parkhaus gegenüber von St. Getreu, woraufhin Verkehrsexperten, Denkmalschützer und Bergstadtbewohner Sturm liefen. Hierzu: Parken am Berg: “Konzept” undurchsichtig, Anzahl der Parkplätze widersprüchlich / Appell der Bürger: Bewahrt die Bergstadt! / Parken und Verkehr im Berggebiet / Verkehr macht Denkmäler kaputt, Teil IV: Bewahrt die Bergstadt!

Nun gibt es neue Sorgen: Aus gut unterrichteten Kreisen hat die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg erfahren, dass Bäume im Bereich des Kanzleiflügels im Innenhof des Klosters Michelsberg gefällt werden sollen. Es handelt sich um Eiben, die rechts neben der Zufahrt zur Kirche stehen. Angeblich sollen die Bäume bereits zeitnah Anfang Februar gefällt werden. Hierzu Dr. Jörg Händler, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft: „Wir stellen uns die Frage, warum dies geschehen soll. Auf der anderen Seite der Klosteranlage wird Parken verboten und werden Parkplätze gestrichen, um die dortige Baumsubstanz zu schonen. Der Innenhof des Klosters soll nach dem Willen der Stadtverwaltung zukünftig von Parkplätzen nahezu freigehalten werden. Damit wird ja auch die neu geplante Parkpalette bei St. Getreu gerechtfertigt: dort entstehen ja keine neuen Parkplätze, sondern nur diejenigen, die von anderswo, z.B. dem Innenhof des Klosters verlagert werden. Warum müssen also Bäume weichen? Etwa um Platz für Stellplätze für Stadtbedienstete zu schaffen, die künftig im Kanzleiflügel arbeiten werden …?

Wir haben die Stadtverwaltung angeschrieben. Das Schreiben wurde an das Bürgermeisteramt, das Kämmereiamt, das Baureferat und an das Umweltamt versandt.“

Schreiben der Schutzgemeinschaft an die Stadt Bamberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben erfahren, dass die Bäume / Eiben im Innenhof des Klosters Michaelsberg in Bamberg (rechts von der Zufahrt auf die Kirche) gefällt werden sollen. Wir bitten um

unverzügliche Mitteilung,

ob dies zutreffend ist und ob hierfür eine Genehmigung vorliegt.

Nach unserer Kenntnis war es bislang immer untersagt, Hand an diese Bäume zu legen. Wir sind auch der Auffassung, dass diese Bäume Teil des Ensembles „Kloster Michaelsberg“ sind, das Kloster und den Innenhof des Klosters prägen und damit auch dem Denkmalschutz bzw. Ensembleschutz unterfallen. Alleine deshalb kommt aus unserer Sicht eine Entfernung der Bäume bzw. deren Fällen nicht in Betracht.

Sollte es tatsächlich so sein, dass diese Bäume gefällt werden sollen, bitten wir um Mitteilung, warum dies geschieht. Schließlich sind diese Bäume ja nicht störend, zumal der Innenhof des Klosters Michaelsberg nach den entsprechenden „offiziellen“ Planungen der Stadt Bamberg zukünftig von Autos und Stellplätzen großzügig freigehalten werden soll. Oder ist etwa, wovon wir natürlich nicht ausgehen, geplant, in dem Bereich, in welchem sich derzeit die Bäume befinden, gewidmete Stellplätze für die Angehörigen der Stadtverwaltung, welche in den Kanzleiflügel einziehen, zu schaffen? Auch dazu bitten wir um Ihre unverzügliche Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Händler
1. Vorsitzender

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