Prof. Dr. Dornheim neuer Stadtheimatpfleger

Redaktion

Andreas DornheimAufmerksame Leser der Bamberger Onlinezeitung (Max Brose – ein „Hilfsorgan der Gestapo“) kennen seinen Namen: Der neue Bamberger Stadtheimatpfleger Dornheim hat sich vor wenigen Wochen in die deutschlandweit geführte Diskussion um die Umbenennung einer Straße in Coburg in „Max-Brose-Straße“ positioniert. In wohltuender Deutlichkeit durfte man seinerzeit vernehmen, dass die Schöllgen’sche Brose-Firmengeschichte (von Brose finanziert) eine Wissenschaftlichkeit vermissen lasse und sogar der Eindruck entstehe, als ob man so „Herrschaftswissen aufbauen wolle“ (weil keine Zitation von Quellen). Dass Firmeninhaber Michael Stoschek sich mit seinem Wunsch durchsetzen konnte, seinem Großvater Max Brose eine Straße zu widmen, ist bekannt. Dass es bereits Nachfragen nach einer Max-Brose-Straße in Bamberg gab, ebenfalls: Niemand hat die Absicht, eine Max-Brose-Straße in Bamberg zu errichten! Mag das Gedankenspiel auch dementiert werden, eine grundsätzliche Auseinandersetzung ist dringend geboten. Hilfreich dürfte die Einschätzung von Prof. Dr. Rauh hinsichtlich der Kapitalisierung von Geschichte sein, der sich auch die Firma Brose bedient.

Mitteilung der Stadt Bamberg

Stadtrat beruft Historiker zum Nachfolger von Ekkehard Arnetzl

Der Bamberger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Mittwoch, 29. Juli, Prof. Dr. Andreas Dornheim zum neuen Stadtheimatpfleger ernannt. Der an der Otto-Friedrich-Universität tätige Historiker ist damit Nachfolger von Ekkehard Arnetzl, der auf eigenen Wunsch zum 30. Juni dieses Ehrenamt niedergelegt hat.

Der 56-jährige Andreas Dornheim wirkt seit 2007 als Außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte. Der gebürtige Würzburger ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1. August 2015 übt er neben Stephanie Eißing, die seit 1. Januar 2012 in dieser Funktion tätig ist, das Ehrenamt des Stadtheimatpflegers aus. Die Berufung gilt zunächst für sechs Jahre.

Die Auswahlgremium zur Findung des neuen Stadtheimatpflegers bestand aus Bürgermeister Dr. Christian Lange, Referent für Bildung, Kultur und Sport, Baureferent Thomas Beese, Kulturamtsleiter Dieter Strattner, der Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg, Patricia Alberth, dem stellvertretenden Leiter des Personal- und Organisationsamts, Manfred Eichfelder, sowie Stephanie Eißing. Sie hatten keine leichte Aufgabe, da sich mehrere hochqualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten bewarben. Nach einstimmiger Meinung des Gremiums sprach aber für Prof. Dr. Dornheim „neben seiner hervorragenden Qualifikation seine hohe Identifikationsgrad mit der Stadt Bamberg und sein großes Interesse an dem breitgefächerten Ehrenamt des Stadtheimatpflegers“. Wie Lange erläuterte, sei nach Meinung des Auswahlgremiums „Prof. Dornheim als Historiker die ideale Ergänzung von Stephanie Eißing, die ihren beruflichen Schwerpunkt im Bereich der Denkmalpflege“ habe.

Die Heimatpfleger unterstützen die Stadt Bamberg in allen bedeutsamen Angelegenheiten der Heimatpflege, insbesondere beim Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes und bei den Fragen des Planungs- und Bauwesens. Der Aufgabenkatalog beginnt bei der Sorge um denkmalgeschützte Bauten und Bodendenkmäler und beinhaltet auch die Pflege von Brauchtum, Trachten, Volkslied, Volksmusik, Volkstanz und Mundart, die Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen, Schulen aller Art, mit wissenschaftlichen Sammlungen, Archiven, Museen, mit Fachkräften des Naturschutzes, mit dem Bezirksheimatpfleger, dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, dem Landesamt für Denkmalpflege und den Denkmalschutzbehörden. Zu den Aufgaben gehören auch schriftliche Stellungnahmen zur Denkmalpflege für Ämter und Beiträge für Medien sowie öffentliche Vorträge – sei es vor dem Stadtrat, in Bürgerversammlungen oder bei öffentlichen Veranstaltungen und Führungen.

Im Herbst wird der bisherige Stadtheimatpfleger Ekkehard Arnetzl feierlich verabschiedet und sein Nachfolger Prof. Dornheim offiziell in sein Amt eingeführt werden. Ein genauer Termin steht derzeit noch nicht fest.


“Es gibt in Sachen Max Brose nichts mehr aufzuarbeiten” – wirklich? Der Forscherdrang ist unendlich – da nutzt kein basta! / Fernsehtipp – ARD-Kontraste: “Max Brose Straße” in Coburg / Max Brose: Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung für die Streitkultur in Coburg? / Niemand hat die Absicht, eine Max-Brose-Straße in Bamberg zu errichten! Mag das Gedankenspiel auch dementiert werden, eine grundsätzliche Auseinandersetzung ist dringend geboten. Hilfreich dürfte die Einschätzung von Prof. Dr. Rauh hinsichtlich der Kapitalisierung von Geschichte sein, der sich auch die Firma Brose bedient.

 

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