Saatgut: Niederlage für Monsanto & Co.

 Redaktion

Mehrfach haben wir unsere Leser auf Campact aufmerksam gemacht. Campact, eine Nichtregierungsorganisation, organisiert seit 2004 Kampagnen zu einer großen Bandbreite politischer Themen. Laut Eigenbeschreibung entsteht mit Campact „im Internet ein Netzwerk von Menschen, die sich einmischen, wenn politische Entscheidungen auf der Kippe stehen.“ Politisch interessierten Menschen, die durch Studium, Beruf oder Familie weniger Zeit haben, will Campact durch die Nutzung des Internets ermöglichen, politisch aktiv zu werden. Zurzeit sind mehr als 800.000 Menschen bei Campact registriert. Nun können Campact und die Unterstützer einen Erfolg vermelden.

 Mitteilung von Campact

Heute ist ein guter Tag. Vor wenigen Stunden (Dienstag, 11.3.2014) hat das EU-Parlament die Vereinheitlichung des Saatgutmarkts mit überwältigender Mehrheit verworfen. Der Kommissions-Entwurf der Saatgut-Verordnung las sich, als hätten Monsanto, Syngenta & Co die Feder geführt (hierzu). Nun dürfte den Konzernen das Jubeln vergangen sein. Die Abgeordneten haben den Vorschlag der Kommission auf ganzer Linie abgelehnt – ein wichtiger Erfolg für die Vielfalt auf unseren Tellern und Feldern.

Gemeinsamer Protest wirkt

Die Abstimmung beweist: Gemeinsamer Protest wirkt. Auch auf europäischer Ebene können wir transnationalen Konzernen Einhalt gebieten. Mehr als 250.000 Bürger/innen haben sich hinter den Online-Appell gestellt, den wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Save Our Seeds gestartet haben. Um unsere Kräfte zu bündeln, schlossen wir uns auch mit Organisationen aus Österreich zusammen. Allein in diesen beiden Ländern forderten mehr als eine halbe Million Menschen „Freiheit für die Vielfalt“.

Nun hat die Mehrheit der EU-Abgeordneten die Bedenken der Bürger/innen ernst genommen. Mit der Entscheidung des EU-Parlaments beenden wir unsere Kampagne – werden der Kommission aber weiter auf die Finger schauen. Frühestens im Herbst wird das Thema dort wieder auf die Tagesordnung kommen.

Gemeinsam haben wir gezeigt: Wir überlassen unsere Ernährung nicht den Konzernen. Nur wenn lokale und traditionelle, aber auch neue samenfeste Sorten einfach genutzt, verbreitet und verkauft werden können, bleibt die regionale Vielfalt unserer Lebensmittel erhalten. Als die Pläne von EU-Kommissar Tonio Borg im vergangenen Sommer bekannt wurden, haben wir innerhalb von Tagen reagiert. Blitzschnell aktiv zu werden, wenn es darauf ankommt, ist eine Spezialität von Campact und seinen Unterstützer/innen. Andererseits setzen wir dem Lobby-Druck der Konzerne über Monate hinweg die Stimmen der Bürger/innen entgegen.

Das wollen wir auch in den kommenden Monaten tun

Denn mit dem geplanten TTIP-Freihandelsabkommen von EU und USA droht der nächste Angriff auf die Vielfalt auf unseren Äckern. Bislang haben die Konzerne der Kommission ihre Wünsche diktiert. Unser Widerstand kam ihnen dabei in die Quere – und hat bereits einen ersten Erfolg erzielt: Die EU-Kommission hat die Verhandlungen zu einem Teil des Abkommens zeitweilig ausgesetzt. Wenn wir uns jetzt nachhaltig engagieren, können wir TTIP gemeinsam stoppen.

Hier geht’s zu Campact

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Campact: Demokratie in Aktion / Campact: Diese Mail wird mitgelesen – Schluss damit /

Saatgut in Zukunft vom Staat vorgeschrieben?! / 25.000 Demonstranten fordern Abkehr von Agrarindustrie / Bienensterben: EU beschäftigt sich mit Nervengifte / Bienen brauchen Lebensraum! / Der Regierung blieb nur eines: Vollbremsung, Rückwärtsgang. / campact-Aktion: Klimakonferenz darf nicht an Rösler scheitern! / Neuregelung des Adressenhandels / Morgen in der Post: roter Umschlag oder Bild-Zeitung / Hebammen sind unersetzlich / Finanzspekulation stoppen – eine Aktion von campact / Mit dem Essen zockt man nicht! / Rettet Bayern die Energiewende? /

Ein Gedanke zu „Saatgut: Niederlage für Monsanto & Co.

  1. Nebenbei wurden auch regionale Sorten gerettet. Eine Verenheitlichung des Saatgutes hätte das Aus aller regionalen Sorten bedeutet und wenn dies erst mit dem Saatgut begonnen hätte, wären irgendwann auch die Bamberger Hörnla auf der Strecke geblieben. Doch die Lobby dieser Konzerne ist groß und geduldig, in abgewandelter Form wird dieser Versuch wieder und wieder gestartet werden, erst schnell, dann nach einer langen Pause des Vergessens – da heißt es wachsam sein!

    Und wir müssen auf jeden Fall aufpassen, dass das TTIP-Abkommen auch in Teilen nicht durchkommt, sonst heißt es Adieu Verbraucherschutz und auch Adieu zu jedweder Förderung regionaler Sorten.

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