Morgen in der Post: roter Umschlag oder Bild-Zeitung

Über 235.000 Haushalte in Deutschland erhalten am morgigen Samstag einen roten Umschlag mit der Post. Sie hatten an der campact-Aktion teilgenommen, um gegen eine „Zwangsbeglückung“ der Sonderausgabe dieser Tageszeitung zu protestieren. Die roten Umschläge sind nun ein Tombola-Los. Campact verlost fünf Geschenk-Abonnements – von verschiedenen überregionalen Tageszeitungen, die im Gegensatz zur Bild für Qualitätsjournalismus stehen.

Die Bild ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland, rund 2,7 Millionen Exemplare gehen täglich über den Ladentisch. Dadurch kommt ihr eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung zu. Doch immer wieder wird die Bild-Zeitung für ihre reißerische Berichterstattung kritisiert.

Mit dramatischen Schlagzeilen wirbt die Zeitung Tag für Tag um ihre Leser/innen. Oft rücksichtslos und ohne Skrupel: Um möglichst viel Sensation zu bieten, wird auch nicht davor zurückgeschreckt, Tatsachen zu verdrehen und zu verfälschen. Regelmäßig werden in der BILD Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen verletzt oder die Menschenwürde missachtet. Keine andere Zeitung wird so oft vom Deutschen Presserat wegen Verstößen gegen den Pressekodex gerügt wie die Bild-Zeitung.

Der Pressekodex

Nicht alles, was von Rechts wegen zulässig wäre, ist auch ethisch vertretbar. Deshalb hat der Deutsche Presserat, ein Zusammenschluss von Verleger- und Journalistenorganisationen, publizistische Grundsätze aufgestellt: Den sogenannten Pressekodex. Darin finden sich Leitlinien für die journalistische Arbeit, eine Art „Ehrenkodex“. Als Grundprinzipien sind darin z.B. festgelegt:

  • Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde
  • Gründliche und faire Recherche
  • Achtung von Privatleben und Intimsphäre
  • Vermeidung unangemessen sensationeller Darstellung von Gewalt und Brutalität
  • Klare Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen

Ein Gedanke zu „Morgen in der Post: roter Umschlag oder Bild-Zeitung

  1. Immer wieder die gleiche billige Hetze von vermeintlich Intellektuellen gegen die Bild.
    „Qualitätsjournalismus“…ja ne, ist klar. Ihr wollt eine Elite darstellen, die ihr aber nicht seit.

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