Die endliche Geschichte: Lossa-Haus in Gaustadt

Redaktion

März 2012, die Bagger standen schon mal vor dem Lossa Haus. Foto: Christiane Hartleitner

Die Abrissbagger waren schon mal vor Ort. Über ein Jahr und eine Bürgerversammlung später zeigt die Stadt auffällig Bürgernähe, hatte sich doch inzwischen Oberbürgerbürgermeister Andreas Starke von der Idee, ein Zentrum für eine „Nachwuchsakademie der Bamberger Symphoniker“ in dem schon damals abbruchreifen Haus einzurichten, verabschiedet (hier, hier mit Plan für Neugestaltung, hier, hier und hier). Mancher Ortskundiger vermutete hinter dem langjährigen Hin und Her um den Abriss einen Zusammenhang mit dem dahinter liegenden Fischerhofschlösschen des für die Planung und Errichtung der Kettenbrücke mitverantwortlichen Architekturbüros.

Bereits im Bebauungsplan von 1986 ist hier eine Grünanlage vorgesehen. Am 3. März 2010 befürwortete der Stadtentwicklungssenat aus stadtplanerischer Sicht den Abbruch. Wenige Monate später ordnete das Amt für Wirtschaft die Räumung der ehemaligen Tankstelle, der Werkstatt und des Wohnhauses an. Die Mieter zogen aus; das Anwesen steht seitdem leer. Der Bürgerverein Gaustadt hat den Abriss stets favorisiert. Doch dann folgte die Kehrtwende, der sich auch die hiesige SPD anschloss, deren Pressemitteilung vom Juni 2011 mitteilte, dass man den Oberbürgermeister gebeten habe, die Abrisspläne für das Wohnhaus vorerst zu stoppen. Angesichts der eklatanten Wohnungsnot dürfe ein 40-jähriges Haus, das gut in Schuss ist, nicht abgerissen und einer Grünanlage geopfert werden. Im Februar 2013 hatte die GAL einen Antrag gestellt (Stadt lässt vier Wohnhäuser verwahrlosen), spätestens dann wäre das Thema Lossa-Haus erneut öffentlich diskutiert worden, was die Stadt mit der Bürgerversammlung nun verhindert hat.

Vergangenen Freitag freute sich Stadträtin Daniela Reinfelder, die seit Jahren als Bürgervereinsvorsitzende den Abriss unterstützte, schon mal per facebook: „Der Bagger kann rollen! Die Entscheidung für den Abbruch des sogenannten Lossahauses ist sowohl von der Verwaltung der Stadt Bamberg als auch von den Gaustadter Bürgern befürwortet worden. Sogar die SPD findet die Kosten von 600 000 € zu hoch für eine Sanierung! Das Hin und Her der CSU Anträge mal für den Erhalt mal für den Abriss ist vorbei. Der Bürgerverein sieht sich in seiner Arbeit bestätigt und dankt den Gaustadtern für die Unterstützung! Wir freuen uns auf eine multifunktionale schön gestaltete Grünanlage!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.