GAL-Fraktion löst sich ebenfalls auf

GAL-Beitrag

Männer gründen Nachfolgefraktion GAB, Frauen verteilen sich großzügig

Nachdem inzwischen gut 25% der Bamberger Stadtratsmitglieder die Parteien bzw. Fraktionen, über die sie in den Stadtrat gewählt wurden verlassen und gewechselt haben, teilweise sogar mehrmals, passt sich nun auch die GAL-Fraktion dem allgemeinen Trend zum schwungvollen Personalkarussell an (Stadtrat: Das Karussell dreht sich weiter). „Wir wollen nicht mehr länger so rückständig sein und an programmatischen Inhalten und Verantwortlichkeit gegenüber dem Wählervotum festhalten“, verkündete bei einem Pressetermin die bisherige Fraktionsvorsitzende Ursula Sowa. „Wir wollen endlich auch wüste Politik machen, nach Laune, Zufall und Wetterlage – heute so und morgen anders.“
Die politische Zukunft der sechs einstmaligen „GALlier und GALlierinnen“ zeichnet sich entsprechend überraschend ab. Die drei männlichen Fraktionsmitglieder Peter Gack, Wolfgang Grader und Andreas Reuß werden künftig eine eigene neue Männer-Fraktion bilden und sich GAB nennen. Diese Abkürzung steht dann aber nicht mehr für Grün-Alternativ, sondern für „Gänzlich Andere Bartträger“. „Wir machen jetzt endlich alles ganz anders als früher“, erklärt Peter Gack die Namensgebung, „vollkommen unpolitisch, ohne Prinzipien, Werte und Rechtfertigungen. Was meine Kollegen und mich eint, ist der Vollbart – und das ist auch unser Programm, nämlich praktisch gar keins.“ Gack, Grader und Reuß glauben, damit voll im Trend der Zeit zu liegen und wollen als Bart-Fraktion auch 2014 antreten.
Die drei weiblichen Kräfte der Ex-GAL haben im Hinblick auf das Jahr der Stadtratswahl hingegen eine andere Strategie, und zwar die derzeit im Bamberger Stadtrat beliebteste: Übertritt in eine große Fraktion, egal welche. „Wir würfeln gerade, wer wohin wechselt“, betont Kiki Laaser und legt Wert darauf, dass auch bei den Frauen künftig der Zufall im Zentrum der Politik stehen wird. Der Fraktionswechsel an sich ist aus ihrer Sicht kein Problem: „CSU, SPD und Freie Wähler nehmen sowieso jede Pappnase, Hauptsache, sie hat ein Mandat im Gepäck.“ Nach jahrelangem akribischem Durcharbeiten der Stadtratsunterlagen, nach dem Ersinnen unzähliger Anträge und Redebeiträge haben die drei Ex-GAL-Stadträtinnen „endlich einmal Lust, in einer Fraktion Mitglied zu sein, wo man nix tun muss, außer irgendwann mal kurz aufzuwachen und die Hand zu heben“, so Ulrike Heucken zu ihrer politischen Neu- bzw. Desorientierung.
Alles auf Anfang – ab jetzt machen wir Party und feiern den Oberbürgermeister“, lautet der schrille Abgesang der einstmals als fleißig, unbeugsam und kompetent verrufenen, grünen Stadtratsfraktion.

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