Es gibt sie noch, die guten Dinge: Maroni

Frida

Heiße Maroni. Foto: Erich Weiß

Eine Wohltat für eiskalte Hände ist sie obendrein: die Maronitüte. Der Duft der Esskastanien bezaubert die Nase. Pünktlich zur kalten Jahreszeit baut der Maronimann seinen Stand in der Fußgängerzone vor der Marinskirche auf und bietet die stärkereiche Frucht an. Das Puhlen bis zum Innenleben belebt garantiert jeden kalten Finger und lässt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Der Bamberger Maronimann bezieht die Edelkastanien aus Italien. Auf Sizilien soll auch der größte bekannte Baum wachsen: der Castagno dei Cento Cavalli (Kastanienbaum der hundert Pferde).

Castagno dei cento cavalli. Bild: Jean-Pierre Houël (1735-1813)

Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas eines der Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Im 20. Jahrhundert gingen die Bestände durch den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs stark zurück, erholten sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts wieder. Die „Plumpsfrüchte“ sind auch ein Leckerbissen für allerlei Tiere, v.a. Eichhörnchen, die sie als Wintervorrat vergraben und so für Nachwuchs sorgen. Aus Samen gekeimte Bäume sollen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte tragen.

Für Liebhaber besonderer Leckereien hat Monika Schau einen winterlichen Nachtisch mit Maroni kreiert: Nachschlag unseres Dezembermenus A ganz a schööns Gänsla. Außerdem sind Kastanien glutenfrei, das Mehl kann daher von Zöliakie-Patienten als Getreide-Ersatz verwendet werden, was zu unserem Küchengeplauder: Darf man als BambergerIn mit Zöliakie Bier trinken? eine gute Ergänzung ist.

2 Gedanken zu „Es gibt sie noch, die guten Dinge: Maroni

  1. Glückwunsch: wieder mal Essen und Kultur, Kultur und Essen, regional und überregional, gleichberechtigt in Rezepten verpackt. Es geht fantastisch auch in Franken. Begeisternd.

    Zum Nachkochen hat es trotzdem immer noch nicht gereicht, es fehlt die Weinempfehlung… hahaha…

  2. mmmh. läkä.
    Auch im Raum Miltenberg wachsen übrigens Maroni. Mönche sollen die Bäumchen mitgebracht haben; teilweise als Allee (jetzt) mitten im Wald, leiten sie auf ein Kloster hin.

    Und in Hessen, zwischen Wiesbaden und dem Taunus gab und gibt es Maroniwiesen, In Königstein. Eine Genossenschaft hat sich gegründet um die Bäume wieder zu pflegen und die Früchte zu vermarkten. Man darf gespannt sein….

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