Die Tabakscheune am Nebingerhof

 Redaktion

Tabakscheune

Die Tabakscheune und der Anbau des Gartenhauses sind die letzten Relikte Bamberger Gärtnerkultur auf der Insel. Sie wurde wohl vom Bamberger Stadtrat Joseph Ernst Strüpf (1763–1821) 1803/04 erbaut. Strüpf betrieb das Hotel „Bamberger Hof“ (am Grünen Markt, heute steht dort das Kaufhaus Karstadt) und besaß in Lichtenfels eine Glasfabrik. 1820 trennte er sich von der Scheune und sie ging in das Eigentum von Johann Peter Raulino über. Bis 1943 wurde sie zur Tabaktrocknung genutzt, von da ab bis 1996 von verschiedenen Bamberger Firmen als Lager. 2009 plante das Bamberger Architekturbüro gleisner mahnel im städtischen Auftrag eine Kindertagesstätte, für die die Pfarrei St. Martin/St. Josef die Trägerschaft übernehmen wollte. Hier sind die Planungen – auch das benachbarte Gartenhaus wurde beplant – anzusehen: Es konnten drei Kinderkrippengruppen, eine Kindergartengruppe und ein großer Mehrzweckraum im Dachgeschoß untergebracht werden. Als Freibereich eigenete sich die bestehende, gut eingewachsene Grünfläche. Da es sich um Einzeldenkmäler handelt, durften nur minimale Engriffe erfolgen, entsprechend hoch war der planerische und gestalterische Anspruch an den Entwurf. Das Projekt wurde bis zur Eingabeplanung bearbeitet und aus Kostengründen leider nicht verwirklicht.

In einem Schreiben vom Mai 2009 teilt der Träger in spe – der 16 Jahre lang von der Tabakscheune als zukünftige Tagesstätte ausging – bezüglich der Kosten mit: Eine Kostenberechnung … beträgt 2, 4 Mio Euro. Diese Summe von 2, 4 Mio Euro ist von der Stadt Bamberg nicht alleine zu tragen. Denn 900.000 Euro sind als Zuschuss der Regierung eingeplant, weitere 500.000 Euro wurden von der zuständigen Gebietsreferentin des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Faber, als (Mehr)Aufwand für die denkmalpflegerischen Maßnahmen für den Umbau angesetzt. Diese Summe (500.000,-) wird von der Denkmalpflege allein oder aus einem Mischpaket mit der Oberfrankenstiftung finanziert. Weitere Fördermöglichkeiten etwa durch das Ministerium für Umwelt bei der Energieanlage und für die Ressourcenschonung sind denkbar. Für den Haushalt der Stadt Bamberg bleibt eine Summe von 1,4 Mio Euro, die im Haushalt bereits vorgesehen ist.

Die Tabakscheune fällt unter die Rubrik „lästige Denkmäler“

Kindergarten mit Rutsche im Garten. Foto: Erich Weiß

Diese Pläne haben sich zerschlagen. Bekannt dürfte sein, dass sich der Kindergarten seit 2011 im Erdgeschoss einer 20-Parteien-Eigentums-Wohnanlage befindet, die Kinder spielen seitdem auf einer Tiefgarage (hier). Seit der letzten Nutzung in den 90er Jahren verfällt das Ensemble zusehens – im Eigentum der Stadt Bamberg, der Weltkulturerbestadt. Nun möchte sich die Stadt von diesem Ensemble, dem letzten Hinweis der Gärtnerkultur auf der Insel, trennen (siehe hier).

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