Wir ernten derzeit die Früchte

Spargel vor der Martinskirche. Foto: Christiane Hartleitner

…, so Klaus Stieringer, der Geschäftsführer des Vereins Stadtmarketing, bei der vergangenen Sitzung des Kultursenats am 19. April 2012. Sein Zitat kommentierte freilich nicht Obst und Gemüse, sondern die Analyse der Tourismuszahlen. Die Obst- und Gemüsehändler sind vor Jahren mit ihren Verkaufsständen vom Maxplatz zum Grünen Markt umgezogen und verkaufen dort seitdem Spargel, Äpfel und Salat und vieles mehr – jeden Wochentag. Erweitert wird deren Angebot Mittwoch, Freitag und Samstag von Selbsterzeugern, die zwischen den Ständen ein Plätzchen gefunden haben, sie bereichern das Frischangebot am Grünen Markt, in der Hauptwachstraße und an der Promenade. Dort konnte sich der Bauernmarkt, mit zum Teil Bioland-Qualität, samstags mittlerweile einen festen Kundenstamm etablieren. Das ist kein einfaches Geschäft – Abbau und Aufbau, jeden Tag.

Der Standort kommt einer Adresse gleich: Der Kunde weiß, wo er die Ware des Händlers seines Vertrauens findet. Die anliegenden Geschäfte begrüßen die Obsthändler, da diese Frequenzbringer seien, deren Umsatz sei um mindestens 30% gestiegen.

Das Stadtmarketing hat nun eine Umschichtung der Obst- und Gemüseverkäufer beim Bamberger Ordnungsamt angeregt. Die sollten doch während Bamberg zaubert vom 13.-15. Juli das Feld räumen, damit man selbst mehr Platz habe.

Grüner Markt. Foto: Christiane Hartleitner

Die Händler vom Grünen Markt könnten an die Promenade umziehen, doch die wollen den Kollegen dort den Stammplatz nicht streitig machen. Schließlich wissen sie, wie gerne der Stammkunde die Ware beim Händler seines Vertrauens kauft, ohne durch die Innenstadt einen Suchlauf veranstalten zu müssen. Dann bliebe ja immer noch der Heumarkt. Dort wollen diese schon gar nicht hin, fürchten sie doch, während Bamberg zaubert gar keinen Umsatz tätigen zu können. Dann könnten sie gleich leere Anhänger hinstellen. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen dem städtischen Ordnungsamt, den Marktbeschickern und dem Stadtmarketing.

Wenn man die Bemühungen der Stadt Bamberg für die Existenzsicherung der Gärtner ernst nehmen will, so wäre eine Verdrängung der regionalen Marktbeschicker kontraproduktiv. Der Käufer ist ja ein Gewohnheitstier und geht seine üblichen Wege beim Einkaufen.

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