Die Taskforce übernimmt: Sandkerwa wird halb-städtisch

Redaktion

Ein Schnäppchen? Mit Manpower, Verzicht von Rechnungsstellung und 25.000 € übernimmt der Konzern Stadt Bamberg (fast) die Hälfte der Sandkerwa.

Schaubild aus der Sitzungsvorlage des Stadtrates zur neuen Gesellschaftsrechtlichen Konstruktion der Sandkerwa.

Zukünftig soll der Geschäftsführer der Bamberg Congress + Event GmbH, Horst Feulner, zusätzlich hälftig die Geschäfte der neu zu gründenden Sandkerwa GmbH führen (Sitzungsvorlage). Ein best bezahlter Profi mit seiner Mannschaft in städtischen Diensten mit jahrelanger Erfahrung im Eventbereich. Sein Mitspieler vom Bürgerverein wird sein Amt zu einem Bruchteilchen des Salärs ausüben. Ein Verein wird und kann keine städtischen Gehälter zahlen. Von paritätisch gleichen Voraussetzungen darf nicht die Rede sein. Zusätzlich tragen sie beide das Haftungsrisiko zukünftig zu gleichen Teilen. Und die Vereinsmitglieder sind als ehrenamtlich Tätige auch bereits fest miteingeplant. Das Ehrenamt soll professionalisiert werden. Kann das gut gehen?

Die „Eventisierung“ greift weiter um sich

Eine Verkleinerung der Sandkerwa, eine Bamberger Kerwa, eine Neuausrichtung der Massen-Tourismus-Kerwa war nicht Thema der Verhandlung. Lediglich die Gestaltung des Gesellschaftervertrags ist seit eineinhalb Jahren Thema der Taskforce (bei der sowohl die langjährige Vereinsvorsitzende und die langjährige Geschäftsführerin außen vorblieben).

Die Stadt will zukünftig auf die Inrechnungstellung der Kosten für die Aufstellung der Schilder usw. verzichten. Eine Bitte, die der Bürgerverein seit Jahren an die Stadt richtete – und die Stadt stets ablehnte. Nun – nach der Übernahme – vermag die Stadt verzichten. Man könnte fast vermuten, dass man die Ehrenamtlichen solange drangsalierte bis sie klein beigaben. Mit „professionellem“ Verkauf von Festabzeichen sollen nun die Einnahmen vermehrt werden, schwarzgekleidete, meist misssmutig dreinblickende Securitymänner sollen den Verkauf voranbringen, so hofft die Stadt. Dabei hatte der Bürgerverein diesbezüglich ehrenamtlich all die Jahre sein Bestes gegeben. Sponsoren will die Stadt ebenfalls mit an Bord holen – ein Detail, das der Bürgerverein bislang immer abgelehnt hat. Denn schließlich sei eine Kirchweih nunmal kein Event. Die Wirte will man ebenfalls an Bord nehmen, was diese sowieso nach der Absage für 2017 sowieso in Aussicht stellten. Den Verein zerreißt es derweil: Die bisherige langjährige Vereinsvorsitzende und die bisherige, ebenfalls langjährige Geschäftsführerin der Sandkerwa GmbH des Bürgervereins haben bereits ihre Rücktritte angekündigt.

Verwerfungen sind im Sand überdeutlich. Die Taskforce hat zugeschlagen. Und wird das Gesicht der Sandkerwa Jahr für Jahr verändern. Die Sandkerwa GmbH ist ab nun gewinnorientiertest. Und das Vereinswesen wurde erfolgreich (weg)optimiert.

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