Aktion „Mehr Sichere Häfen“

In Bamberg gab es am Samstag, 26.9.20 im ganzen Stadtgebiet mehrere Menschenketten zum Thema Seenotrettung. Rettungsringe wurden an wichtigen Gebäuden der Stadt aufgehängt. Foto: unserVeto

Am Wochenende veranstalteten die Organisationen „unserVeto„, „AGABY“ und „Seebrücke“ bayernweite Aktionstage zum Thema „Mehr sichere Häfen“. Am Freitag, Samstag und Sonntag fanden dazu in mehreren bayerischen Städten eigene Aktionen statt, u.a. in den Städten Altdorf, Augsburg, Bamberg, Dillingen, München, Regensburg und in den Landkreisen Starnberg und Weilheim-Schongau.

In Altdorf wurden etwa in der Innenstadt 700 Paar Schuhe aufgestellt, in Regensburg standen 200 leere Stühle am Ufer der Donau, in Bamberg gab es mehrere Menschenketten zum Thema Seenotrettung und Rettungsringe wurden an wichtigen Gebäuden der Stadt aufgehängt. Ziel der Aktionstage war es, auf die bedrückende humanitäre Situation an den EU-Außengrenzen aufmerksam zu machen und ein Zeichen für eine stärkere kommunale Aufnahme von Asylsuchenden zu setzen.

Nicht zuletzt dienten die Aktionstage auch der stärkeren Vernetzung der verschiedenen regionalen und überregionalen Initiativen, Verbände und Organisationen. In einem gemeinsamen Online-Seminar am Sonntagabend stellte Mitra Sharifi (AGABY) Integrationsbeiräte und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit den „Mehr Sichere Häfen“ vor. Sie betonte die Wichtigkeit der Vernetzung der kommunalen Akteure und legte dar, wie die Beiräte hier aktiv werden können.

Rettungsring am Kunigundendamm. Foto: Erich Weiß

Im Verlauf der regen Diskussion war eine wichtige Frage, ob Solidaritätserklärungen, die Gründung von Seebrücken oder die Erklärung von Kommunen, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen angesichts der geringen Möglichkeiten der Kommunen Sinn machen. Joachim Jacob (unserVeto) meinte hierzu: „Fast jeder empfindet die Lage der Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen inhuman und eine menschliche Katastrophe. Das Recht auf Asyl besteht weitgehend nur auf dem Papier, wenn Flüchtlinge weiterhin gehindert werden, Asylanträge in Sicherheit und ohne lebensgefährliche Fluchtwege zu stellen. In der Diskussion in den Kommunen heißt es dazu, nur auf der Bundesebene können man etwas dagegen unternehmen. In der Bundespolitik heißt es, es dürfe keine Alleingänge auf europäischer Ebene geben. Wenn diese Logik nicht durchbrochen wird, ändert sich nichts. Das gerade veröffentliche Konzept der Europäischen Kommission zeigt dies deutlich. Dagegen muss auf allen Ebenen Widerstand angemeldet werden, wenn wir unsere Humanität und unsere Verantwortung gegenüber den Geflüchteten nicht aufgeben wollen.“

http://unserveto-bayern.de/

9 Gedanken zu „Aktion „Mehr Sichere Häfen“

  1. „… hatte die zartgliedrige Frau mit Mitte 80 die Reise nach Berlin angetreten, um die Rede vor dem Bundestag zur Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus zu halten. Das tat sie vor allem deswegen, um der Bundeskanzlerin ihren Respekt zu zeigen für deren Flüchtlingspolitik. So habe Deutschland den ‚Beifall der Welt‘ gewonnen. Mit 88 Jahren ist die Germanistin und Schriftstellerin am 6. Oktober (Anm.: 2020) im kalifornischen Irvine gestorben.“
    Entnommen dem Begleittext eines (diskurs-komplementären) Hörfunkbeitrags:
    https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiotexte/in-memoriam-ruth-klueger-100.html

  2. Ich wüsste nicht, dass hierzulande eine „offene Diskussion“ nicht mehr möglich wäre. Sogar Corona-Wirrköpfe dürfen ohne weiteres ihre Meinung kundtun (Als „Querdenken“, wie sie sich selber zu nennen belieben, kann man das allerdings nicht nicht bezeichnen – das würde ja „denken“ voraussetzen…), sie dürfen das Internet überschwemmen und entsprechende Publikationsorgane drucken. Auch in der „Flüchtlingsfrage“ sind kritische Meinungen nicht verboten. Leider hapert es auch hier, denn Kritik ist mehr als Hass – setzt Kritik doch voraus, dass man sich wenigstens ansatzweise mit dem Thema befasst hat.
    Was diese Meinungsäußerer aber offenbar gar nicht vertragen, ist argumentativer Gegenwind und kritisches Hinterfragen der eigenen Position. Das wird dann schnell als „politische und unterstützende mediale Voreingenommenheit“ abqualifiziert. Tja, Gerdla, man kann es sich schon seeeeehr einfach machen. Der letzte Absatz zeigt ja dann deutlich, wes‘ Geistes Kind der Kommentierende ist.

    • Aha, schiebt er mich nach rechts, der Zerberus!
      Ist dass Dein kritischer Diskurs, nein mein Guter es ist der Diss, jeden Kritiker sofort als Rassisten oder schlimmer gleich als Nazi zu beschimpfen!

      Deshalb ist richtig was ich schrieb.

      • Sie haben teilweise Recht, dass im Diskurs zunehmend auf Argumente verzichtet wird, dass eine Art „Glaube“ an hinsichtlich Daten und Evidenz recht schmalspurige dafür um so selbstbewusstere „Faktenchecker“ das eigene Denken substituiert. Sei das bei Migration, Klima, Energie oder Corona. Das ist weder für die Gesellschaft noch für die Sache an sich zum Besten, ganz im Gegenteil. Darum mal ein sachlicher Einwand:
        Einwanderungsgesetze oder auch Seenotrettung sind mit Sicherheit ein Pullfaktor, ABER nur einer von vielen und sehr wahrscheinlich nicht ausschlaggebend. Es gibt zudem noch massive Pushfaktoren in den Herkunftsländern.
        Diverse Analysen haben gezeigt, dass der Pullfaktor Seenotrettung nicht signifikant wird. Allerdings muss man zugeben, dass keine systematischen Versuche angestellt werden können, die Effektstärke einzelner Faktoren zu testen.
        Hier ersetzt dann ein Bekenntnis zu einer moralischen Norm die empirische Evidenz. Solange die Folgen, z.B. auf die Volkswirtschaft und Gesellschaft derart gering sind und man etwas „Gutes“ tut (i.S.v. Nächstenliebe oder wie man das auch nennen will), kann man das meiner Ansicht nach durchaus zulassen. Es gibt jedoch Themengebiete, da dürfte man das zum Staatswohl nicht.

        • Ohne hier das Thema anzugehen, ist, und was Deutschland gut stehen würde, wäre eine gute deutsche Sprache. Derjenige, der in den Bergen rumfährt, kann bei seinen Ansichten nicht genug bekommen, ist jedoch seine zugestandene freie Äußerung und laut Gesetzen zulässig. Nach Home-Office und weiterem islamisch-deutschen Anmerkungen ist im heutigen „Der Spiegel“ auch von Homenoodeling!!! die Rede. Deutschland schafft sich ab.

          • Sind’s mir bitte nedd bös, aber ich verstehe weder die Aussage noch den Kontext.

        • In Sachen Staatswohl und fraglos unabdingbar, gelingen uns solche Pirouetten auf bedingt tragfähigem Eis: geschuldet der zeitlosen Wer-wen-Frage.
          Ohne Zögern tritt ebenso hinzu die gute alte, nun ja, Deutungshoheit …

          Mit anderen Worten: ohne Scheuklappen oder Reflexe nach Pawlow, Iwan Petrowitsch?
          Es sei ergänzend zitiert aus Franziskus‘ aktuellem Fingerzeig; fallweise und wollen siebenhügelig es hoffen, dass derlei wirkmächtiger Kompass:

          “ … Wir dürfen nicht alles von denen erwarten, die uns regieren. Stellen wir uns dem Guten zur Verfügung. (…) Wenn die Gesellschaft auf den Kriterien des freien Marktes und der Leistung beruht, wird Geschwisterlichkeit zu einem allenfalls romantischen Wort. (…)

          Siehe auch:
          https://www.zeit.de/2020/42/fratelli-tutti-papst-neue-weltordnung-enzyklika

          • Erinnerlich und nebenbei bemerkt, F. hatte soeben geendet und dabei zitiert aus seiner Kladde, wie bereits dargelegt; kurz, dass wir nicht alles von denen erwarten dürfen, die uns regieren, vielmehr dem Guten uns zur Verfügung stellen! – als unweit ein Wolkenturm aufreißt mit jähem Donnerschlag, mittig und sehr weit oben das Antlitz von Pestalozzi erscheint, Worte wie folgt ins verklingende Rollen und Grollen einflechtend: „Wohltätigkeit? Meine Freunde, Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade!”

  3. Was wir in Deutschland dringend brauchen, das sind offene Diskussionen ohne jede politische und unterstützende mediale Voreingenommenheit.
    Genau dass ist nämlich nicht mehr der Fall, es gilt nur noch die 2015 getroffene Entscheidung von Frau Merkel zu untermauern. Jede Kritik wird doch als unerwünscht markiert und unsere Medien, sie zeigen schon den politisch eingefärbten Journalismus.
    Menschen retten ja natürlich, aber bitte dann „Return to Sender“ weil sonst nur die Schlepper und Asyllobby gefördert wird und die *verallgemeinerten Flüchtlinge“ immer mehr werden!

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