Im Schlaraffenland

Dort lag ein Limonadensee
mit Waldmeisteraroma.
Geysire spuckten heißen Tee
und Brunnen spien Cola.

Ein dunkler Schokoladenstrom
floss glucksen vor sich hin.
Und Kekse schwammen, fast synchron,
kreiselnd mitten drin.

Am Milchfluss stand ein alter Steg.
Dort hingen Bienenwaben.
Aus denen tropfte unentwegt
Honig-Freund zu laben.

Sprudelnd trat aus Quellen Wein
und Bier im Überfluss.
Zum Naschen lag auf jedem Stein
ein schaumig schwarzer Kuss.

Der Duft von Brot, das frisch gebacken,
umwehte Wurst und Käse.
Die lagen mundgerecht auf Laken,
im Gras der Picknick-Wiese.

Gebrat’ne Tauben flogen tief,
sehr langsam, fast schon träge.
Ein Spanferkel stand etwas schief,
an einem Zuckerberge.

Reifes Obst bot jeder Baum.
Ich wollte danach fassen.
Schlafwandernd schreckt’ ich aus dem Traum.
Es war ein herb’ Erwachen.

© Cornelia Stößel 2019/September

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