Als der Mensch auf den Hund kam

Archäologische Ringvorlesung an der Universität Bamberg beginnt

Die Archäologischen Wissenschaften widmen sich Relikten menschlichen Wirkens von der Steinzeit über die Römerzeit und das Mittelalter bis in die Neuzeit. Anhand von Denkmälern, Kunstwerken und Alltagsobjekten rekonstruieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Lebenswelten vergangener Epochen. Die öffentliche Ringvorlesung „Archäologisches Kolloquium“ des Sommersemesters 2019 spiegelt die zeitliche und geographische Vielfalt der Archäologischen Wissenschaften an der Universität Bamberg wider: In insgesamt neun Vorträgen stellen Referentinnen und Referenten aktuelle Forschungs- und Grabungsprojekte aus aller Welt vor.

Am Dienstag, 30. April, startet die Ringvorlesung mit einem Vortrag zu bronzezeitlichen Höhlengräbern. Das weitere Programm beleuchtet Themen von der historischen Mensch-Tier-Beziehung über den mittelalterlichen Handel, römische Städte in Spanien, Fragen der „römischen Eiszeit“ bis hin zu den Profiteuren krimineller Kulturzerstörung. Beispielsweise zeigt PD Dr. Valeska Becker von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 14. Mai in ihrem Vortrag „Vom besten Freund des Menschen – Kulturgeschichte des Hundes“, dass sich Archäologie nicht immer um den Menschen dreht: Der Hund ist das älteste Haustier und begleitet den Menschen bis heute. „Seine Domestikationsgeschichte reicht bis in die Altsteinzeit zurück, er war Gefährte, Helfer, heiliges und verfluchtes Tier und diente auch als Nahrung und Rohstoffressource“, erklärt die Archäologin. Sie möchte das wechselvolle Zusammenleben von Mensch und Hund in der Vor- und Frühgeschichte betrachten, das von Anbetung wie von Ablehnung geprägt ist.

Mit dem regionalen Thema „Nürnberger Waren. Produktion und Konsum in Mittelalter und früher Neuzeit“ beschäftigt sich am 18. Juni die Vorlesung von Dr. Patrick Cassitti, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Pro Kloster St. Johann im Schweizer Müstair. Krimifans können sich den 9. Juli vormerken: Dr. Michael Müller-Karpe vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz erzählt über Raubgräber und Hehler in der Kriminalarchäologie und erklärt das Geschäft der Kulturzerstörung.

Die Vorträge finden immer dienstags um 19.15 Uhr im Raum 02.01, Am Kranen 12, statt. Weitere Informationen und das komplette Programm finden Sie unter: www.uni-bamberg.de/amanz/news

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