Rupprecht von Bayern in Bamberg

Von You Xie
Am Eingang der Rupprechtschule Bamberg. Foto: You Xie

Rupprecht von Bayern war der älteste Sohn von Ludwig III., dem letzten König von Bayern, und Maria Theresia Erzherzogin von Österreich-Este, Nichte von Franz V., Herzog von Modena. Er wurde am 18. Mai 1869 in München geboren, war der letzte bayerische Kronprinz und Heerführer in der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg.

Im Sommer 1886 wurde Rupprecht Leutnant und diente im 3. Feldartillerie-Regiment „Prinz Leopold“ in Grafenwöhr. Am 28. Oktober 1899 wurde er Oberst und bekam die Führung des 2. Infanterie-Regiments „Kronprinz“. Am 7. Oktober 1900 wurde Rupprecht zum Generalmajor befördert und übernahm am 10. Oktober die 7. Bayerische Infanterie-Brigade in Bamberg.

Die 7. Infanterie-Brigade war ein Großverband der Bayerischen Armee, die Brigade wurde am 27. November 1815 als 3. Infanterie-Brigade des Generalkommandos Würzburg aufgestellt. Ab 1. Juni 1822 war sie die 1. Infanterie-Brigade der 4. Armee-Division und wurde am 20. November 1848 zur 7. Infanterie-Brigade umgebildet. Das Hauptquartier stand von 1900 bis 1903 in Bamberg.

Foto: You Xie

Die Einweihung der Rupprechtschule erfolgte nach achtmonatiger Bauzeit am 2. September 1910. Kronprinz Rupprecht von Bayern nahm persönlich an der Einweihung teil. Nach ihm wurde die Schule benannt. [1]

Die Neue Residenz in Bamberg nutzten die Wittelsbacher als Schloss. Es gibt auch Berichte über das Hofleben von Prinz Rupprecht. Die Neue Residenz war Herzog Wilhelm, dem Käufer von Banz, als Wohnsitz zugewiesen. Nach seinem Tod 1837 wurde das Schloss nur noch selten genutzt, von kurzen Aufenthalten abgesehen. Ab 1867 lebte hier der griechische König Otto samt Gemahlin und Hofstaat im Exil; zwei griechische Hofdamen heirateten fränkische Adlige. Eine weitere Ausnahme war Prinz Rupprecht, der dort wohnte, als er in Bamberg als Offizier stationiert war. Für ihn und seine Frau wurden zum Beispiel neue Bäder eingerichtet und im Rosengarten ein Tenniscourt angelegt. [2]

Auf der Altenburg wurde 1914 das Wittelsbacher Zimmer in seiner heutigen Form so eingerichtet. Es sollte dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern bei seinem Besuch in Bamberg, als Schlafraum dienen. Der Besuch fand nicht statt, da an diesem Tag, 1. August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Dieser Raum wird heute als das Wittelsbacher Zimmer bezeichnet, weil das Haus Wittelsbach, als großer Förder der Altenburg galt. Am 5.11.2007 besuchte Seine königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern die Altenburg und auch das Rempter der Ritterschaft.

Mit der Novemberrevolution 1918 endete am 8. November die Königsherrschaft der Wittelsbacher in Bayern, und Rupprecht verlor seine Anwartschaft auf den Thron. Die Nachricht von der Revolution erreichte ihn in Brüssel. Unter dem Namen „Alfred Landsberg“ reiste er über Amsterdam und Kassel nach Berchtesgaden. Der Vertrag von Versailles sah vor, Rupprecht als ehemaligen Armeebefehlshaber in Frankreich wegen Kriegsverbrechen anzuklagen. Nach der Verlegung des Verfahrens an das deutsche Reichsgericht verlief dies im Sande. [3]

In seinen letzten Lebensjahren widmete sich Rupprecht vorwiegend seiner Kunstsammlung. Kronprinz Rupprecht verstarb am 2. August 1955 in Schloss Leutstetten bei Starnberg. Als letzter Wittelsbacher wurde er am 6. August 1955 im Rahmen eines Staatsbegräbnisses in München in der Theatinerkirche beigesetzt. Es war ein Begräbnis mit königlichen Ehren. Rupprecht war der letzte lebende deutsche Generalfeldmarschall des Ersten Weltkriegs.


Quellen:

[1] http://www.rupprechtschule-bamberg.de/Schul-Historie

[2] https://www.infranken.de/regional/artikel_fuer_gemeinden/die-banzer-hofhaltung-der-herzoege-in-bayern-war-wohl-nicht-von-prunk-gepraegt;art154303,3810248

[3] Patrick Henßler, Versailler Vertrag, 1919/20, in: Historisches Lexikon Bayerns, S. 4 (14. September 2010)

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