Lichter gegen Rassismus

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen – Kreis Bamberg

In der Nacht vom 9. Auf den 10. November jähren sich die Angriffe der Nationalsozialisten gegen die jüdischen Mitbürger und deren kultische Einrichtungen zum 80. Mal. Im Deutschen Reich wurden in dieser Nacht über 1000 Synagogen geschändet oder zerstört, so auch in Bamberg, Hirschaid, Forchheim, Fürth und Nürnberg und in vielen kleinen Gemeinden auf dem Land.

Vor 80 Jahren waren es Angriffe gegen Menschen jüdischen Glaubens, heute müssen wir fast täglich rassistische Angriffe gegen Teile unserer Gesellschaft registrieren, besonders gegen Flüchtlinge. Wer Migration als Ursache aller Problemebezeichnet, fungiere als Brandbeschleuniger für Nazis und trägt Mitverantwortung für weitere Pogrome gegen Flüchtlinge und jüdische Mitbürger, so geschehen in Chemnitz im September dieses Jahres.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) sieht es als ernste Verpflichtung an, aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen und sich angesichts des Sterbens im Mittelmeer, angesichts der Hetze und der Bedrohung gegen jüdische Mitmenschen, der Gewalt gegen Flüchtlinge, Sinti und Roma und Andersdenkende gemeinsam dieser Entwicklung zu widersetzen.

Die VVN/BdA lädt deshalb am Vorabend der Reichspogromnacht, am Donnerstag, 8. November um 19.30 Uhr auf den Synagogenplatz in Bamberg ein, um Widerstand zu zeigen gegen jede Form von Hass und Rassismus.

Es wird gebeten, möglichst viele Kerzen mitzubringen, um mit Lichter gegen Rassismusunseren Widerstand sichtbar zu machen.

 

Ein Gedanke zu „Lichter gegen Rassismus

  1. Aus einer Goebbels-Erklärung vom 05.04.1940 an geladene Vertreter der deutschen Presse, zitiert aus H.-A. Jacobsen, Der Zweite Weltkrieg, Grundzüge der Politik und Strategie in Dokumenten, Fischer Bücherei Nr. 645/46, 1965, S. 180/181 und indem Analogien 2018 unübersehbar:
    „… Es kommt immer darauf an, welche Macht man tatsächlich besitzt und wie stabil die Macht ist, um die genau zu berechnenden Krisen zu überwinden. Man muß begreifen, um was es geht, man darf nicht Utopien nachjagen, sondern muß notfalls das Ziel in Etappen zu erreichen versuchen … Heute sagen wir ‚Lebensraum‘. Jeder kann sich vorstellen, was er will. Was wir wollen, werden wir zur rechten Zeit schon wissen … Wir glauben blind an den deutschen Sieg. Günstigere Chancen haben wir niemals gehabt und werden sie nie wieder bekommen. Wann man meint, wir sind noch nicht ganz fertig gewesen, so muß man beachten, daß Fertigsein ein gradueller Begriff ist. Fertig ist die Nation, die sich am stärksten vom Fertigsein des Gegners unterscheidet. In diesem Sinne waren wir fertig. Eine stärkere Differenzierung wird es nicht mehr geben. Bis jetzt ist es uns gelungen, den Gegner über die eigentlichen Ziele Deutschlands im unklaren zu lassen, genauso wie unsere innenpolitischen Gegner bis 1932 gar nicht gemerkt haben, wohin wir steuerten, daß der Schwur auf die Legalität nur ein Kunstgriff war. Wir wollten legal an die Macht kommen, aber wir wollten sie doch nicht legal gebrauchen … Genauso war das in der Außenpolitik …“

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