Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen und BaLi fordern gemeinsam: Fritz-Bayerlein-Weg umbenennen

Günter Pierdzig

Spontanaktion: Umbenennung des Fritz-Bayerlein-Weges in Josef-Prenner Weg. Foto: B. Zwönitzer

Die Diskussion um Fritz Bayerlein geht weiter. Noch 1955 hatte sich der Maler Fritz Bayerlein offen zum Nationalsozialismus bekannt. 1962 wurde am Ende der Würzburgerstraße ein Weg nach ihm benannt. Dadurch wurden seine Person und seine Geisteshaltung durch verschwiegene Akzeptanz wieder öffentlich gemacht. Die kläglichen Versuche der Entnazifizierung wurden zugunsten der Restauration der alten Nazieliten durch Benennung dieses Weges nach Fritz Bayerlein aufgegeben. Man war wieder stolz auf die Eliten der Nazis im eigenen Ort.

Seit 1992 hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA) wiederholt aber vergeblich eine Umbenennung des Weges durch die Stadt gefordert. Auch der Stadtrat der BaLi Heinrich Schwimmbeck hatte sich dieser Forderung bereits mehrmals angeschlossen und jetzt wieder aktuell einen formalen Antrag zur Umbenennung des Weges eingebracht.

Als Alternativname für Fritz Bayerlein-Weg wurde von der VVN/BdA mehrfach „Josef-Prenner-Weg“ vorgeschlagen.

Der gebürtige Bamberger Josef Prenner arbeitete bis 1936 in der Widerstandsgruppe „Rote Kämpfer“ in Köln gegen den Nationalsozialismus und wurde deshalb zu insgesamt 4 Jahren Zuchthaus und Gefängnis verurteilt worden. In dieser Zeit war er auch gefoltert und mehrere Wochen in Ketten gelegt worden.

1944 wurde er noch in das Strafbataillon 999 eingezogen und in ein Sonderlager des KZ Buchenwald verschleppt. Die Befreiung vom Nationalsozialismus erlebte er am 8. Mai 1945 in Bamberg. Prenner blieb als Mitglied der SPD bis an sein Lebensende seiner Überzeugung treu. Die VVN/BdA hat im November 2016 einen Stolperstein für Josef Prenner am Markusplatz 1 verlegt.

Der Stadt Bamberg stünde es öffentlich gut an, weitere Straßennamen nach unbekannten Opfern und Widerständlern zu benennnen. Gerade der Arbeiterwiderstand wurde dabei bisher weitgehend ausgeklammert. Neue Straßenbenennungen sollten zukünftig auch Namen wie Adam Kaim (100 Monate KZ Dachau und Mauthausen), Johann Baptist Herrmann (KZ Dachau, Buchenwald) oder Georg Grosch (Altbürgermeister, KZ Dachau, Zwangsarbeit in Mittenwald) berücksichtigen.

 

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