FDP will wieder Radweg in der Langen Straße

FDP-Antrag an den OB

In einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas Starke fordert FDP-Stadtrat Martin Pöhner, in der Langen Straße wieder einen Radweg stadteinwärts zu schaffen. „Die Abschaffung dieses Radwegs durch eine Mehrheitsentscheidung des Stadtrates hat sich als Schildbürgerstreich erwiesen“, kritisiert Pöhner, der sich in der Vergangenheit stets für die Beibehaltung des Radwegs ausgesprochen hatte. „Immer wieder sind sehr gefährliche Situationen zu beobachten zwischen Fahrradfahrern und Autos. Kinder kann man praktisch kaum noch mit dem Fahrrad die Lange Straße entlang fahren lassen“, erläutert der FDP-Stadtrat. Auch vor dem Hintergrund von Überlegungen, in der Friedrichsstraße in Zukunft einen durchgehenden Radweg zu schaffen in Richtung Innenstadt, sei die Abschaffung des anschließenden, bestehenden Radwegs in der Langen Straße unsinnig gewesen, so Pöhner weiter.

Deshalb beantragt die FDP nun, dass die Stadtverwaltung ein Konzept erarbeiten soll, bei dem in der Langen Straße auf der bestehenden Auto-Fahrbahn wieder ein durchgehender Radweg in Fahrtrichtung eingezeichnet wird. Im Bereich des anschließenden Obstmarkts soll der Radweg wieder an der bisherigen Stelle hergestellt werden. „Dadurch kann die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in der Langen Straße erheblich erhöht werden“, meint Martin Pöhner. Außerdem werde es wieder attraktiver, mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu fahren.

Die inzwischen erfolgte Ausweitung der Außenbereiche vor den Cafés Graupner und Beckstein soll dabei nach den Vorschlägen der FDP erhalten bleiben, weil sie sich „als sehr positiv erwiesen hat und die Aufenthaltsqualität in der Langen Straße erhöht hat.“ Für die zur Einzeichnung eines separaten Radwegs an manchen Stellen notwendige Vergrößerung der bestehenden Fahrbahn durch Auflassung einzelner Kurzeitparkplätze beantragt Pöhner, dass die Verwaltung Vorschläge erarbeitet, wie diese Kurzzeitparkplätze durch Verlegung innerhalb der Innenstadt erhalten bleiben können.

Umsetzen will die FDP ihren Radwege-Vorschlag nach Abschluss der aktuellen Bauarbeiten in der Langen Straße.

 

2 Gedanken zu „FDP will wieder Radweg in der Langen Straße

  1. Es ist schon seltsam: Seit Jahrzehnten ist bekannt, daß fahrbahnbegleitende Radwege die Hauptursache für schwere Fahrradunfälle sind. Vor über 20 Jahren hatte dies zur Aufhebung der generellen Radwegbenutzungspflicht geführt.

    Ebenso weisen nicht zuletzt die Unfallversicherer darauf hin, daß Radverkehrsanlagen, die nicht den technischen Regelwerken entsprechen, das Unfallrisiko weiter erhöhen.

    In und um Bamberg entspricht nahezu keine Radverkehrsanlage den rechtlichen Vorgaben und (sicherheits-)technischen Erfordernissen – schon gar nicht die vielen in den letzten Jahren angelegten.

    Und dennoch finden sich immer wieder Fürsprecher eines solchen Unsinns. Doch die einzigen Effekte, den die Verdrängung der Radler von der Fahrbahn in den Seitenraum tatsächlich hat, sind – neben der Behinderung und größeren Gefährdung der Radler – höhere Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs sowie weiter steigendes Anspruchsdenken der Kfz-Lenker auf eine stets für sie freigehaltene Fahrbahn – nicht selten gefolgt von aggressivem Verhalten gegenüber jeder und jedem, die oder der das ungehinderte Vorankommen zu beeinträchtigen droht.

    Mit einer menschlichen Stadt hat das wenig zu tun.

  2. Doch, Herr Pöhner, man kann auf der Langen Straße ganz selbstverständlich auch Kinder mit dem Rad fahren lassen! Man muss es ihnen halt richtig beibringen.
    Mit adäquatem Abstand zum Fahrbahnrand selbstbewusst fahren, und alles ist in Ordnung, weil dann kann man nicht an die Seite gedrängt werden, weil dann ist ein Überholen durch Kfz nicht mehr möglich. Und die Angst, dass Autos von hinten auffahren ist unangemessen, weil das so ziemlich die seltenste Unfallursache zwischen Autos und Fahrrädern darstellt.

    Radwege sind NICHT sicher! Ganz im Gegenteil.
    Vielleicht sollte man dem Stadtrat mal eine Fahrstunde „Sicher und selbstbewusst mit dem Rad durch die Stadt“ anbieten. Mir scheint als könnten die es alle nicht richtig.

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