„Rationalisierung in der Pflege bedeutet Entzug von Zuwendung für Patienten“

ver.di-Fachbereich Gesundheit & Soziales

ver.di-Fachbereich 3 (Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) Oberfranken-West wählt Vorstand für die kommenden vier Jahre

Am vergangenen Samstag hat der ver.di-Fachbereich 3 (Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) Oberfranken-West einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender des Fachbereichs ist Felix Holland, gelernter Fach-Krankenpfleger der Anästhesie, Fachschullehrer und freigestellter Vorsitzender des Personalrats am Klinikum Bamberg. Zu seinen Stellvertretern wählte die Mitgliederversammlung seine Bamberger Kollegin Elisabeth Nagengast (Stellvertretende Personalratsvorsitzende) und den Facharzt Martin Lücke, Betriebsratsvorsitzender am Klinikum Coburg.

Holland löst den ehemaligen Gesamtpersonalratsvorsitzenden der Sozialstiftung Bamberg, Gerhard Sterzer, ab, der den ver.di-Fachbereich in der Region acht Jahre lang geführt hatte und nun im Hinblick auf seinen sich langsam abzeichnenden Ruhestand einen vernünftigen Übergang gestalten wollte.

Der Landesfachbereichsleiter in Bayern, Robert Hinke, war zur Versammlung aus München angereist, um einen Überblick über die aktuelle Kampagne der Gewerkschaft zur Entlastung der Pflegeberufe zu geben. Die meisten Streiks und Auseinandersetzungen in der deutschen Wirtschaft beträfen inzwischen die Dienstleistungen, so Hinke. „Rationalisierung in der Pflege bedeutet immer, dass einem Menschen Zuwendung entzogen wird. Und dies ist ein direkter Angriff auf das hohe Berufsethos der Pflegeberufe.“ Insofern sei die Entlastung der Pflegekräfte eine Forderung, die in der Öffentlichkeit – und auch in der Politik – inzwischen sehr gut verstanden werde.

Am Rande der Versammlung ging Gewerkschaftssekretärin Magdalene Majeed, die nun seit 100 Tagen im Fachbereich tätig ist, auf die Betriebsratswahlen im westlichen Oberfranken ein: „Dort, wo es Betriebsräte bereits gab, wurden diese erfolgreich wiedergewählt. Es freut mich aber besonders, dass auch neue Betriebsräte entstanden sind. So im Konzern der REGIOMED Kliniken, in der Senioreneinrichtung auf der Bertelsdorfer Höhe in Coburg. Die Einrichtung war aus der insolventen Rotkreuz-Schwesternschaft hervorgegangen, wo es bis dato keinen Betriebsrat gab. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Mitarbeiter“, so Majeed. „Denn eine gewählte Vertretung stärkt und schützt die Beschäftigten. Betriebsräte gehören in jedes anständige Unternehmen.“

 

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