Der See

Ich steh am Ufer dieses Sees,
der wellend, blau den Himmel spiegelt.
Seh’ Schwäne stolz und wohl geformt
und weiß und engelsgleich beflügelt,
hingleiten durch der Sonnenstrahlen Glitzertanz.

Ich geh den Pfad vorbei am Schilf,
das Halm für Halm im Winde schwingt.
Hör’ Rohrspatzen energisch zwitschern
und wie die Drossel mir vom Wald her singt,
nimmer müd’ den Abendgruß, der hell erklingt.

Ich lauf entlang der Uferböschung,
die grasbewachsen sich dem Wasser neigt.
Seh’ die Froschkönigin auf ihrem Throne,
und wie sie huldvoll mir ein Lächeln zeigt,
als ihr Teichrosenblatt an mir vorüber treibt.

Ich steig hinab in diesen See,
der kühl und nass und voller Schwärze.
Hör Fischlein flüstern, Wellen strudeln
und lass hintreiben meiner Seele Schmerzen,
bis sie gestillt im Mondscheinglanz.

© Cornelia Stößel 2018/Mai
https://schreibwerkstatt-wortwerke.org

 

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