Die Doku „Edzerdla“

Für alle, die beim wundervollen Edzerdla-Festival letztes Wochenende dabei waren,

für alle, die sehen wollen, was sie Einzigartiges versäumt haben,
und für alle, die sich für fränkische Dialektkunst interessieren,
hier ein Hinweis für die Doku „Edzerdla“,
die Heike Springer vom efs (Evangelisches Fernsehen) mit ihrem Team gedreht und produziert hat.

Der Beitrag läuft in der Mediathek von SAT.1 Bayern Regionalansehen (https://www.sat1bayern.de/archiv/ ). Da ist er ab Samstag ca. 20 Uhr für ungefähr ein Jahr abrufbar.

Aa widder schee: Der Film rennt uns net dervoo …

Helmut Haberkamm: „Edzerdla“!

Helmut Haberkamm ist einer der bedeutendsten fränkischen Mundartdichter – und er hat sich einen Traum erfüllt. Zum Festival »Edzerdla« in den typisch fränkischen Streuobstwiesen von Burgbernheim in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber haben er und seine Mitstreiter am vergangenen Wochenende fast alle auf die Bühne gebracht, die Rang und Namen haben in der fränkischen Mundartkultur: Kabarettist und Franken-Tatort-Star Matthias Egersdörfer machte ebenso mit wie der Steigerwälder Liedermacher Johann Müller, die junge oberfränkische Kabarettistin Mia Pittroff, der Erlanger Schauspieler und Sänger Winni Wittkopp mit seiner Skinny Winni Band, Siggi Michls Landmusigg oder die verrückten Kerwa-Punks von »Gankino-Circus« aus Dietenhofen und der evangelische Pfarrer und Vollblutmusiker Wolfgang Buck mit seiner Band.

Das war längst nicht alles: Auch Künstler wie der bekannte Puppen- und Schauspieler Stefan Kügel vom Theater Kuckucksheim in Heppstädt waren dabei. Oder Newcomer, wie der Waischenfelder Liedermacher Thomas Bauernschmitt, der zum ersten ersten Mal überhaupt mit seinen Dialektsongs auf einer Bühne stand.

Denn genau darum geht es dem Mundartpoeten Helmut Haberkamm: den fränkischen Dialekt, seine Muttersprache, »zu bewahren und zu veredeln«. In Dachsbach im Aischgrund auf dem Bauernhof ist Haberkamm geboren und in einer Großfamilie aufgewachsen. Hochdeutsch war seine erste Fremdsprache, als er in der Schule lernte, dass man so wunderschöne Wörter wie »koberneggisch« (in etwa: vertrackt, kompliziert) oder »siererd« (in etwa: übereifrig) zwar sagen, aber nicht schreiben darf.

Des Frankn, wusd siggsd
Is bloß a blasser Schimmer, weider nix
Nedd mehr, obber aa nedd weenicher.
Mach wos draus.

So endet Haberkamms Gedicht »Frankn is a Draum«. Er und seine Mitstreiter haben etwas draus gemacht. Etwas überaus Sehens-, Hörens und Liebenswertes, wie der Film von Heike Springer über das Mundartfestival »Edzerdla«, dessen Initiator und seinen »fränkischen Traum« zeigt.

Evangelisches Fernsehen (efs)

www.lebensformen-tv.delebensformen@epv.de

 

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