Inselrundschau und erfundene Zahlen

Redaktion

Das Vereinsheft des Bürgervereins Bamberg Mitte ist ja mittlerweile bekannt für seine informativen – kurzweiligen wie brisanten – Erörterungen zu Themen (hier). Themen, die alle Bamberger in hohem Maße interessieren. Die neue Inselrundschau gibt erneut Zeugnis von bürgerschaftlichem Engagement ob der Auswahl und Reflexion ausgewählter Themen. Ganz nach dem Motto: „Die Innenstadt gehört uns Allen.“

Inselrundschau_apr_16Der Förderverein St. Martin berichtet über die Kirche im Herzen der Insel, die Freiwillige Feuerwehr stellt sich vor, das Mehrgenerationen-Wohnprojekt Villa Kunigunde ebenso. Gisela Filkorn vernetzt zugunsten der Initiative zum besseren Zusammenleben, der wunderbare Doppelband zum Hain von Werner Kohn / Wilfried Krings wird vorgestellt und das Vereinsleben selbst erhält entsprechenden Raum.

Politische Kultur in Bamberg

Diesem Aspekt und der Diskussion um die Events wird ein weites Feld eingeräumt. Und der Missachtung des bürgerschaftlichen Engagements von Seiten der Verantwortlichen. Dass der Geschäftsführer des Stadtmarketings, Klaus Stieringer, die Events jahrelang als Motor des innerstädtischen Handels begründete, wird mit einer interessanten Abbildung belegt. Schließlich würde – laut Stieringer – das von ihm initiierte Blues- und Jazzfestival über 3,2 Mio € in die Kassen der Geschäfte spülen (Vortrag Stieringer im Nov 2013).

Vortrag klaus stieringer Folie 15

Folie 15 aus dem Vortrag von Klaus Stieringer

Klaus Stieringer gibt als Quelle das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) an. Die Bamberger Onlinezeitung fragte nach und erhielt vom Geschäftsführer des dwif aus München, Dr. Manfred Zeiner, die Antwort:

„Die genannte Studie zum Blues- und Jazzfestivals Bamberg hat das dwif nicht erstellt. Die in der Präsentation dargestellten ökonomischen Effekte sind durch reine Multiplikation der Besucherzahl mit dem durchschnittlichen Ausgabenwert eines Tagesgastes in Bamberg geschätzt worden. Dies erscheint insofern problematisch, als dass ein großer Teil der Besucher des Festivals aus Bamberg selbst kommen dürfte und für diese Leute vermutlich ganz andere (vermutlich niedrigere) Ausgabewerte in Ansatz zu bringen wären. Genaueres ließe sich aber nur durch Marktforschung während des Festivals (Besucherbefragungen) ermitteln.“

Klaus Stieringer verbuchte laut Jahresabschluss 2014 des Stadtmarketing in 2014 Erlöse für Referate und Vorträge über 11.390,64 € und präsentiert erfundene Zahlen? Das ist überaus heikel und bringt einen ganzen Berufszweig in die Bredouille, schließlich ist Stieringer Chef des Berufsverbands City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS): Der Vorstandsvorsitzende des AKCS Bayern präsentiert bei einem Vortrag vor dem IHK Gremium Schwabach / Nürnberg erfundene Zahlen.

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Studie der Universität Bamberg: Einzelhandel und Events /

3 Gedanken zu „Inselrundschau und erfundene Zahlen

  1. Mich würde mal interessieren, ob sich die von Stieringer an die Presse herausgeblasenen Rekordbesucherzahlen zum Beispiel mit den Zahlen decken, die er bei den GEMA-Anmeldungen seiner Events angibt.

  2. Jedem in Bamberg dürfte doch klar sein, dass Herr Stieringer jede Bühne die sich ihm bietet für seine Selbstdarstellung besteigt. Das Herr Stieringer gerne die Tatsachen an seine Ihm geneigte Wahrheit anlehnt, sprich: verbiegt, ist auch bekannt.

    Also liebes Bamberg, ihr (wir) haben bekommen was wir wollten. Einen City Manager der – wenn es sein muss auch einen 1000 Watt Strahler mit sich führt – um sich in das rechte Licht zu rücken.

    Ach ja, solange Herr Stieringer aus dem Rathaus auch noch gedeckt, hofiert und protegiert wird, wird sich daran nichts ändern.

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