Stadtstrand soll von Geschäftspartner vom Stadtmarketing betrieben werden

Redaktion

Am Mittwoch beschloss der Bau- und Werksenat die temporäre Einrichtung eines Stadtstrandes, versuchsweise für 2016 (hier). Was fehlt in der Sitzungsvorlage: ein Immissionsgutachtens, denn schließlich wird es am Ufer gegenüber des beschaulichen Wohngebietes Weidendamm Livemusik geben, am Freitag und Samstag bis 23 Uhr. Eine öffentliche Ausschreibung für das städtische Grundstück von 1.200 m2 mit den immerhin 275 Sitz- und jede Menge Stehplätze gab’s nicht.  Statt Parkplätzen soll nun Sand aufgeschüttet, Hütten gebaut und Events gefeiert werden. Ein Jahr Testphase wurde vereinbart, ob zukünftig die Schiffstouristenbusse auch dort halten werden, war (noch) nicht Thema – ein gutes Geschäft könnte es werden.

Pläne Sandstrand

Ausschnitt aus der Sitzungsvorlage des Bau- und Werksenats vom 6.4.2016

Was noch fehlt in der Sitzungsvorlage: Die „Ideengeber“, Markus Zametzer und Joachim Krohn aus Poxdorf, sind in Bamberg keine Unbekannten. Zumindest nicht für Klaus Stieringer. Denn im Stadtmarketing sind die beiden Mitglieder und Vielbeschäftigte: Ihr Veranstaltungsbetrieb stemmt gemeinsam mit dem Stadtmarketing das Bamberger Weinfest (hier), bei „Bamberg zaubert“  und beim „Jazz- und Blues-festival“ mischen sie mit und in 2011 veranstalteten sie das Public Viewing zur Meisterschaftsfeier der Brose Baskets Bamberg. „Professionelle Event-Gastronomie ist dabei unser Kerngeschäft“ – so ihr Marketing. (hier, hier)

In Bad Kissingen freute sich jüngst die im April 2015 von Zametzer & Krohn gemeinsam mit Manfred Griebel (Alm Event GmbH) gegründete KissEvents (UG) über die Unterzeichnung eines dreijährigen Vertrags mit dem dortigen Oberbürgermeister für den Weiterbetrieb des „Küstenstrandes“ (hier). Der freute sich, „die Stimmung der deutschen Küsten nach Bad Kissingen“ zu bringen. Die Zusicherung, weiter das Oktoberfest am Strand auszurichten, habe man ebenfalls (hier), in Lederhosen und Dirndl und mit Erdinger. Nach eigenen Angaben ist der Stadtstrand  „die neue Event- und Chillout-Location in Bad Kissingen“ (hier).

Laut Stieringer ist der Stadtstrand ein wichtiges Zeichen der Dezentralisierung. Von was? Von Verlagerung von Events aus der Innenstadt? Wird ein Event hierfür gestrichen? Davon kann nicht die Rede sein. Eher werden seine Geschäftspartner weiter engagiert.

Was außerdem fehlt in der Sitzungsvorlage: Es wird lediglich auf das fehlende Immissionsgutachten bzgl. Lärm seitens des Umweltamtes hingewiesen. Viel interessanter dürfte das ebenfalls fehlende Bodengutachten aus dem Umweltamt ausfallen, denn immerhin gibt’s nach Aussagen alter Bamberger bekanntlich außerhalb der Grenzen des schönen Welterbes alte Müllberge und einer davon zieht sich ausgerechnet am Margaretendamm entlang. Chillen inmitten giftiger Ausdünstungen?

„Bamberch Baibers“ bedürften eines größeren Leaks.

 

4 Gedanken zu „Stadtstrand soll von Geschäftspartner vom Stadtmarketing betrieben werden

  1. gegenüber wurde eine kneipe wegen lärm auf der straße von anwohnern zum schliessen verurteilt. da wird dieser lärmtempel kaum ein chance haben, zumal das wasser jedes plaudern schon zur diskussion steigern lässt.

    daumen runter für diese schnapsidee

  2. Wozu ein Emissionsgutachten? Es seien doch „weit und breit keine Nachbarn im Bereich des geplanten Stadtstrandes“. Nachdem das Stadtmarketing auch im Stadtrat vertreten ist, sollte es mit den notwendigen Genehmigungen kein Problem geben. Die für solche Fälle obligatorische öffentliche Ausschreibung hat man sich praktischerweise auch gespart. So kann der Herr Stieringer einfacher „Hand in Hand“ mit seinen „Geschäftspartnern“ arbeiten.

  3. Das wird nichts weiter als wieder ein Stieringsches Lärmevent, besonder wenn man schon in der Sitzungsvorlage lesen kann:
    „… wie die vom Betreiber vorgesehenen Veranstaltungen mit Live-Musik …“

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