„Denkmalpflege – einmal anders – woanders“

DenkmalweiterDENKMALPFLEGE HEUTE – Vortragsreihe der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.

Vortrag 4 von Prof. Dr.-Ing. Manfred Schuller, Inhaber des Lehrstuhls für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege an der Technischen Universität München

22. Oktober 2015, Haas-Säle, 19 Uhr

Weltkulturerbe, für die Bamberger ist dies Alltag geworden. Man freut sich und man beklagt sich. DENK MAL WEITER. Um zu sehen, wie es mit dem Erfassen-Schützen-Erhalten, Kernforderungen der Welterbekonvention, in anderen Regionen weit außerhalb Deutschlands aussieht, werden wir eine weite Reise zu Stationen machen, wo Manfred Schuller als Bauforscher tätig war. Buchara und Samarkand in Usbekistan sind die Hauptziele, zwei als märchenhafte Traumstädte gepriesene Welterbestädte. Äußerlich zur Freude der zunehmenden Touristenscharen wirklich traumhaft herausgeputzt tun sich bei tieferen Einblicken denkmalpflegerische Alpträume auf. Einen Seitenblick auf ein gescheitertes Naturerbeprojekt in einem einsamen Gebirgszug nahe Samarkand wird man mit einem Kopfschütteln begleiten. Auf dem Rückflug machen wir in Baku am Kaspischen Meer Station, dort muss man sich fragen, warum ausgerechnet diese Stätte, um die noch immer wegen seiner reichen Ölvorkommen viele große Staaten und Firmen buhlen, in die Welterbeliste eingetragen wurde, wo es doch in Aserbaidschan durchaus Listenfähiges gibt. Man tröstet sich: Usbekistan und Aserbaidschan mögen als Folgestaaten der Sowjetunion Nachholbedarf in denkmalpflegerischen Fragen haben, also machen wir auf dem Heimweg noch einmal Station in einer der unbestrittensten Weltkulturerbestädte überhaupt: Venedig. Zurück in Bamberg wird man froh sein, dass hier vieles gut verläuft, aber vielleicht auch nachdenklich, welche Gefahren der Welterbetitel mit sich bringen kann und sich fragen, ob der Titel nicht grundlegend neu zu überdenken ist.

Der Eintritt ist frei.

 

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