Mieten für Studenten

Redaktion

Das Mietpreisniveau führt naturgemäß zu verschiedenen Interpretationen, je nachdem ob man die Miete zahlen muss oder sie bekommt. Im nachfolgenden sind die Positionen von Studenten und der Stadt Bamberg gegenübergestellt.


 

Referat für Hochschulpolitik der Studierendenvertretung der Uni Bamberg

Stadt redet Wohnsituation schön!

„Die Stadt Bamberg und OB Andreas Starke versuchen die Wohnsituation in Bamberg aufgrund der negativen Entwicklung der Mietpreise in Bamberg der letzten Jahre schön zu reden“, so Madeleine Baldauf, Referentin des Referates für Hochschulpolitik der Studierendenvertretung der Uni Bamberg. So belegt laut dem manager magazin Bamberg Platz zwei im Ranking der deutschen Städte, wo die Mieten am stärksten steigen. Zwischen 2007 und 2012 entstand in Bamberg ein Mietplus von 30,6 Prozent. „Der von der Stadt Bamberg gelobte Rückgang der Mieten ist somit längst überfällig und kein Verdienst der Stadt. Da hilft es auch nicht die Wohnsituation beschönigend darzustellen, da noch viel zu tun ist für den sozialen Wohnungsbau für Familien, insbesondere alleinerziehende Eltern, Auszubildende, Studierende und andere, die den Großteil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen.“, so Florian Hackmann, studentischer Senator der Uni Bamberg. Die durch Privatinvestitionen neu geschaffenen Wohnungen, die die Stadt anpreist, sind meist für Studierende mit einem Mietpreis von etwa 450 Euro für eine Ein-Zimmer Wohnung kaum erschwinglich. Anstatt sozialen Wohnungsbau zu fördern, schieben die Stadtverwaltung und die Landesregierung die Verantwortlichkeiten hin und her. Dabei muss die Problematik dringend angegangen werden, um erschwingliche Wohnungen für Alleinerziehende, Auszubildende und Familien zu schaffen, welche sich den teuren Wohnraum in Bamberg nicht leisten können. Aus diesem Grund fordern wir, dass sich die Stadt auch um Menschen mit geringem Einkommen kümmert, indem sie sozialen Wohnungsbau fördert.


 

Mitteilung der Stadt Bamberg

Studenten haben größeres und billigeres Wohnungsangebot

OB Starke: „Investitionen in studentischen Wohnungsmarkt haben sich gelohnt, die Universitätsstadt Bamberg ist besser ausgestattet.“

Die Studierenden in Bamberg profitieren von verbesserten Rahmenbedingungen auf dem Wohnungsmarkt. Durchschnittlich beträgt die Miete aktuell 10,60 Euro pro Quadratmeter. Verglichen mit dem Vorsemester ist die Kaltmiete damit um 9 Prozent gefallen. Damals wurden noch Quadratmeterpreise von 11,60 Euro verlangt. Zu diesem Ergebnis kommt der „Mietpreis-Check Unistädte“ des Online-Immobilienportals immowelt.de.

„Die Investitionen in den studentischen Wohnungsmarkt in den letzten Jahren haben sich spürbar ausgezahlt. Das größere Angebot und leicht gesunkene Mieten zeigen, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben“, so Oberbürgermeister Andreas Starke.

Seit Jahren fördert die Stadt private und öffentliche Investitionen, damit zusätzliche Wohnungen für Studenten geschaffen werden. Damit soll „Bamberg als Universitätsstandort noch attraktiver werden“, so OB Starke. Im Rahmen der Untersuchung von immowelt.de wurden die Angebots-Kaltmieten in 64 Städten mit mehr als 10.000 Studierenden ausgewertet. Hierzu wurde der Durchschnitt der Kaltmiete von etwa 30.990 Singlewohnungen bis 40 Quadratmeter zwischen September 2014 und Februar 2015 (Wintersemester) sowie März 2015 und August 2015 (Sommersemester) berechnet: Die höchsten Mieten zahlen Studierende in München. Hier liegt die Kaltmiete bei 18,70 Euro pro Quadratmeter. Auch insgesamt gesehen sind die Mietpreise im Süden Deutschlands am höchsten. Am billigsten wohnen kann man als Studierender in Gelsenkirchen und Chemnitz. Hier werden 5,20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt. In Bamberg sind im Vergleich zum Wintersemester 2014/2015 die Mietpreise zum Sommersemester 2015 um 9 Prozent gesunken. Trotzdem liegt Bamberg mit 10,60 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter noch im oberen Drittel. „Der Trend macht uns aber optimistisch, dass Studenten, die meist mit einem geringen Budget auskommen müssen, bessere Bedingungen erhalten“, unterstrich das Stadtoberhaupt.

Im Sommersemester 2015 waren an der Universität Bamberg rund 13.000 Studierende eingeschrieben. Das umfangreiche Bildungsangebot und die hervorragende wissenschaftliche Qualität verschaffen Bamberg einen großen Wettbewerbsvorteil. „Die Hochschullehrer und die Studenten fühlen sich hier wohl!“ stellte Starke aufgrund dieser Zahlen zufrieden fest.

9 Gedanken zu „Mieten für Studenten

    • Unser Sohn ist Student und bewohnt ein 24m² – Apartment in BT in allerbester Innenstadtlage. Bäcker, Metzger, Ärzte, Bushaltestelle, Bahnhof, Bank, usw. usw. – alles im Umkreis von max. ca. 400 m. Der Hausmeister wohnt im Objekt selbst mit und ist bei Problemen ständig erreichbar.
      Das Apartment (Baujahr 11/2014 ) ist voll möbliert, ikl. Einbauküche. Sämtliche Nebenkosten sind in der Miete einbezogen, alles Pauschale ohne NK-Abrechnung. Ein Aufzug ist vorhanden. Sogar der Strom ist mit dabei. Wir zahlen für unseren Sohn monatlich 440,00 € Gesamtmiete.

      • nein – ich bin nicht neidisch auf all die Wohlfühl- und Scheckkartenstudenten. Auch wenn sie teilweise sehr unselbständig und selbstgefällig durch die Stadt pilgern.

        Mich regt es nur auf, wenn sie sich auch noch in Szene setzen müssen und ihre Hubschrauber-Eltern damit prahlen, dass ihr Kindchen gar so behütet studieren darf. 440 EUR ist nicht des Studierenden gesuchter Favorit und Freund des eigenen Geldbeutels! Doch ist es leider bittere Realität ob der Unfähigkeit, den Wohnungsmarkt um Jahre voraus zu sehen.

        Das gilt vor allem für unser einäugiges Studentenwerk, dass die Hauptschuld an der verspäteten Reaktion auf die Studienwelle trägt. 8 Jahre hatten sie Zeit, reagiert haben sie erst als die Räume aus den Nähten platzten.

        Leidtragende sind aber nicht wir Studierenden sondern die Familien. Denn angesichts der Wucher-Preise (ja, 440 incl. allem ist WUCHER) von einiger Zeit drängten wir in den Markt der 3/4/5-Zi-Wohnungen um WGs zu gründen. Das geht jedoch den Verwöhnten unter den Kommilitonen meist am Bildschirm vorbei. Sie plädierten sogar lieber für den Erhalt der Studiengebühren. Sonst könnte ja „Jeder“ zu einem Studium kommen.

        Blöd nur, dass jetzt massiv die teuren Miniappartments für Studierende leer stehen und Familien keine Wohnungen mehr finden. Zumindest keine bezahlbaren.

  1. Studenten und auch alle anderen Leutz aufgemerkt!

    1) mit Bamberger Bier ein wenig Mut antrinken
    2) einen Schlüssel besorgen (im Volksmund auch „Bolzenschneider“ genannt)
    3) die Konversions-Siedlung besetzen
    4) Flagge zeigen nach dem Motto: „Besser leere Häuser besetzen, als fremde Länder!“ (frei nach Rio Reiser)

    Die Konversions-Kaserne gehört dem Volk – nicht den Spekulanten!

  2. Hinzu kommt: Es trifft nicht nur Studenten, Berufsanfänger, Kleinrentner und Geringverdiener konkurrieren im gleichen Segment und junge Familien und Familien der unteren bis mittleren Einkommensgruppen benötigen zwar größere Wohnungen, haben aber exakt dieselben Probleme.
    Es hilft nur Eines: Die Wohnungen auf dem ehemaligen US-Gelände mit möglichst einfachen Mitteln („Pinselsanierung“) wieder in Schuss setzen und unter allen diesen Gruppen sowie den Flüchtlingen aufteilen – und ggf. parallel weiteren Wohnraum schaffen aber nicht im gehobenen und im Luxus-Segment, denn diese sind bereits ausreichend abgedeckt.

  3. 450 € für eine Ein-Zimmerwohnung. Wohnfläche ? Möbliert oder unmöbliert ? Sind Heizung, Warmwasser, Kaltwasser, Abwasser, Strom, Hausreinigung, Müllabfuhr, Straßenreinigung usw. dabei ?
    Schade, dass nicht mehr Infos vorliegen.

    • Aber steht doch da: Miete. Das andere sind dann Nebenkosten. Bei so einem hohen Mietpreis kommt einem freilich schnell die Idee, dass da Nebenkosten und Ausstattung enthalten sein könnte.

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