Schutz vor Armut – es braucht bessere Löhne

DGB Bamberg

Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen als Lohndumping-Instrumente stoppen

Der DGB Oberfranken fordert bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für Geringverdiener. Vor allem in Franken steigt die Zahl derjenigen, die von Armut bedroht sind. Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäftsführer in Oberfranken sagt: „Wir brauchen mehr sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Investitionen in die Bildung geringqualifizierter Menschen.“

Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts ist die Armutsgefährdung in Bayern gestiegen, während sie in Deutschland insgesamt leicht gesunken ist. Gemessen am Landesmedian betrug die Armutsgefährdungsquote in Bayern 2014 14,8 Prozent nach 14 Prozent in 2005. In Oberfranken-West stieg die Quote in den letzten 10 Jahren von 11,8 auf 14,2 Prozent. Eine besonders von Armut bedrohte Gruppe sind die Geringqualifizierten, ihre Armutsgefährdungsquote ist von 2005 bis 2014 von 25,7 Prozent auf 33,2 Prozent gestiegen.

Mathias Eckardt sagt dazu: „Der Mindestlohn leistet seit Jahresbeginn einen Beitrag, Lohndumping einzudämmen. Das zeigt sich in der Zunahme von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und im gleichzeitigen Rückgang der gewerblichen Minijobs in Bayern. Um die Verwerfungen am Arbeitsmarkt zu beseitigen und damit auch die Armutsgefährdung zu senken, reicht der Mindestlohn allein aber nicht aus. Wir müssen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen als Lohndumping-Instrumente stoppen. Und es sollen wieder mehr Beschäftigte unter dem Schutz von Tarifverträgen arbeiten.“

Darüber hinaus fordert der DGB Investitionen in Bildung, um das Qualifikationsniveau insgesamt zu erhöhen. Dazu gehören Investitionen in frühkindliche Bildung, weil dort die Grundlagen gelegt werden, und in ein staatliches Weiterbildungssystem. In der Berufsbildung fordert der DGB ein stimmiges Konzept für die Berufsorientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf. Denn jeder zehnte junge Mensch in Bayern zwischen 20 und 29 Jahren hat keinen Berufsabschluss.

Die Daten machen deutlich, dass die Schere zwischen arm und reich auch im reichen Bayern immer weiter auseinander geht. Und zwar vordringlich in Franken. „Daher brauchen wir auch eine andere Struktur- und Regionalpolitik in Bayern“, fordert Mathias Eckardt. „Schließlich haben sich die Bürgerinnen und Bürger per Volksentscheid 2013 für gleiche Lebensverhältnisse in Bayern ausgesprochen. Es wird Zeit, dass dies auch endlich richtig angepackt wird“, so Eckardt abschließend.

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