Fragebögen für den Einzelhandel

Studie der Universität untersucht Auswirkungen von Events und Festivals in Bamberg

Ob „Bamberg zaubert“, Canalissimo oder die Sandkerwa: Der Bamberger Sommer ist reich an Events und Festivals. Die Innenstadt soll so noch attraktiver werden. Doch welche Auswirkungen haben sie und die zahlreichen Besucher auf den lokalen Einzelhandel? Diese Frage stellen Bamberger Geographen in das Zentrum einer aktuellen Studie.

Einzelhändlerinnen und Einzelhändler der Innenstadt werden ab Ende dieser Woche einen Fragebogen in ihrem Briefkasten vorfinden. Dieser erfragt unter anderem die Veränderungen des Umsatzes, der Kundschaft und des Kaufverhaltens während ausgewählter Veranstaltungen in der Innenstadt. Um ein repräsentatives Bild der aktuellen Situation zeichnen und einen möglichst objektiven Beitrag liefern zu können, bittet der Lehrstuhl für Geographie I um eine zahlreiche Beteiligung. Das Ausfüllen nimmt nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch. Die Daten werden vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet.

Die Studie wird durch das Amt für Strategische Entwicklung und Konversionsmanagement, den Bürgerverein Bamberg Mitte, die IHK Oberfranken, die Oberfrankenstiftung, das Ordnungsamt, das Stadtmarketing Bamberg e.V. sowie die Wirtschaftsförderung der Stadt Bamberg unterstützt und gefördert.

3 Gedanken zu „Fragebögen für den Einzelhandel

  1. Eine – wirklich unabhängige – Befragung der Bürger, mit ausgewogenen Fragen über die Innenstadtsituation wäre viel notwenndiger.
    Statt immer nur die Läden zu ihren Umständen zu befragen.
    Nicht nur, was baucht der Handel, sondern schauen, was braucht die Innenstadt: was ist für die Bürger ein interessantes, ausgewogenes Angebot an Unterhaltung, Kultur und Einkaufsmöglichkeit?
    Alles nur auf den Handel asuzrichten ist prekär. Die Bewohner wollen nicht nur Einheimischen-Fotomotiv abgeben und den zunehmenden, überbordenden Tourismus und Investoren-Zuzug samt allen nachgeordneten Problemen tolerieren sondern wollen ihrem Raum zum Atmen.

  2. Bei allem bleibt immer noch die Problematik, dass das Kaufverhalten der bereits vorhandenen potentiellen Kunden, wohl ein anderes geworden ist.
    Es ging Jahrzehnte auch ohne Events und ohne Hilfe von aussen.
    Hier liegt doch m.M. nach der Hund begraben.

  3. Ohne, daß ich den zahlreichen „Events“ das Wort reden will, erscheint mir die im Beitrag geschilderte Art der Befragung nicht wirklich zielführend. Denn allein die Veränderungen während (!) der Veranstaltungen abzufragen, dürfte nicht ausreichen.

    Wer vielleicht, angezogen durch eines dieser Ereignisse, zum ersten Mal in die Stadt kommt, wird sicher nicht spontan die Geschäfte leerkaufen. Dennoch kann eine sich attraktiv präsentierende Stadt, eine einladende Einkaufszone zum Wiederkommen „verführen“. Der Umsatz wird also erst nach (!) dem Event generiert – manchmal einmalig, manchmal wird ein Dauerkunde gewonnen.

    Inwieweit solcherart bewirkter Umsatz dermaßen auffällt, daß er aus den allgemeinen Schwankungen herausragt, wäre die nächste Frage. Doch mit Sicherheit werden empfindlichere Untersuchungsmethoden erforderlich sein.

    In jedem Fall reichen die Veranstaltungen allein in keinem Fall. Sie locken gezielt Menschen an – ob diese sich dauerhaft in der Stadt wohlfühlen und sie deshalb häufiger besuchen, zum Einkauf, zum Bummel, zum Essen, …, entscheidet sich an anderen Kriterien. Und da sind Phantasie und Kreativität der Stadtverwaltung, des Stadtmarketings (in des Wortes doppelter Bedeutung: Eigenvermarktung der Stadt wie auch Tätigkeit des gleichnamigen Vereins) und des Handels gefragt. Die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu hoffen, daß positive Entwicklungen von selbst kommen, dürfte wenig Erfolg versprechen.

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