Juristische Schritte als Mittel gegen unbequeme Räte

 Redaktion

Dass der Geschäftsführer der Sozialstiftung, Xaver Frauenknecht, mit Ulrike Heucken als Stiftungsrätin mehr als unglücklich gewesen sein dürfte und über deren Ausscheiden nach dem Frühjahr 2013 umso erleichterter, dürfte den besser Informierten kein Geheimnis sein. Immer wieder forderte sie die Wiedereinführung des Tariflohns für Bedienstete (hier), ermunterte die GAL zur Einrichtung eines Sorgentelefons, informierte über prekäre Situation am Bamberger Klinikum. In ihrer aktiven Zeit im Rat hat sie sich bemüht, die rein betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Sozialstiftung zu korrigieren. Doch schon einmal drohte Frauenknecht seiner damals noch aktiven Stiftungsrätin mit einer Klage – während einer Sitzung (!). Seinerzeit kritisierte sie, dass Frauenknecht mit dem Kauf der Praxis Dr. Blümlein in Forchheim im Jahr 2009 eindeutig gegen einen Stiftungsratsbeschluss verstoßen habe. Die Öffentlichkeit solle – nach dem Wunsch Frauenknechts – hiervon nicht behelligt werden. Selbst die Regierung von Oberfranken bestätigte im Nachgang, dass Frauenknecht gegen einen Beschluss seines Aufsichtsgremiums verstoßen habe.

Juristische Schritte als Mittel gegen unbequeme Räte

Nun also werden erneut juristische Schritte gegen Heucken geprüft (PM Sozialstiftung). Nach einem Telefonanruf des FT-Chefreporters bei Heucken zu einem gänzlich anderem Thema, befragt nach der Einschätzung der Vorfälle im Klinikum, formuliert dieser ein Zitat (lies) – Grund genug für einen Beschluss, juristische Schritte zu prüfen? Die hierbei verblasene heiße Luft wird keine Maschine antreiben, lediglich bestätigen, dass mittlerweile das von CSU-Fraktionsführer Dr. Helmuth Müller einstmals bei den Mitarbeitern des Klinikums beobachtete „Klima der Angst“ nun auch im Aufsichtsrat angekommen ist.

Einschüchterung versa Transparenz

Anonyme Schreiben und Interviews ohne Namennennung greifen um sich, auch die WebZet berichtet: „Gewinne haben oberste Priorität“ und das Imperium, nein Das Klinikum schlägt zurück. Ob mit der jüngsten Pressemitteilung das Bamberger Klinikum den Sprung aus den Schlagzeilen schafft? Ob ein Maulkorberlass den verlorenen Vertrauensverlust wett machen kann? Ob ein Interview mit dem Vorsitzenden des Ärztlichen Kreisverbandes das Ruder rumzureißen vermag (hier)? Vorsichtige Blicke nach Bayreuth lassen ahnen: Grund für die Freistellung des dortigen Klinikchefs sei ein Vertrauensverlust der Menschen in das Klinikum (br).

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OB Starke soll Frauenknecht rügen / Der Ton wird rauer / Die Notwendigkeit von Kontrolle / Das ist doch zum in die Luft gehen! / Sozialstiftung: Ignoranz, Intransparenz und Ablenkungsmanöver schaden der Demokratie

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