Ausstellung zur „Geschichte der Lebenshilfe Bamberg“ eröffnet

Lebenshilfe
Ausstellung der Lebenshilfe

Ausstellung der Lebenshilfe

„Heute ist es nichts Ungewöhnliches, aber damals hat man kaum Menschen mit Behinderung in der Stadt gesehen. Sie konnten keine Schule besuchen. Es gab kaum etwas für sie. Wir haben für unsere Kinder viel kämpfen müssen“. Marie-Luise Straßberger erinnert sich an die Zeit Anfang der 60er Jahre. Damals stellte sie zusammen mit ihrem Mann, Kurt Straßberger, anderen betroffenen Familien und engagierten Fachleuten die Weichen für die Gründung der Lebenshilfe Bamberg am 7. Februar 1964. Man orientierte sich an den Beispielen anderer deutscher und bayerischer Städte, wie Erlangen oder Nürnberg, und wollte auch in Bamberg „eine wirksame Lebenshilfe“ für Menschen mit einer sogenannten „geistigen“ Behinderung anbieten. Der Verein kümmert sich auch heute noch um die Belange dieser Personen und deren Angehörigen.

Lebenshilfe Ausstellung vorstandIm Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum hat nun am 15. September eine Ausstellung zur „Geschichte der Lebenshilfe Bamberg“ in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle der Sparkasse am Schönleinsplatz begonnen. Ihr zugrunde liegen sowohl Interviews mit Zeitzeugen, als auch Archivmaterial aus dem Bestand der Lebenshilfe und dem Stadtarchiv Bamberg. Die Recherchearbeiten wurden von Cosimo Mangione geleitet, Doktorand an der Universität Magdeburg und Referent für die Konzeptionsentwicklung bei der Lebenshilfe Bamberg. Mangione betonte die Bedeutung der Ausstellung. Man möchte vor allem „daran erinnern, dass soziale Errungenschaften nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder erkämpft werden müssen.“ Er fügte zudem hinzu, dass „jede Organisation, aber auch jede Gesellschaft, die zukunftsfähig sein will, eine solide Erinnerungskultur braucht“.

„Soziale Errungenschaften sind nicht selbstverständlich, sondern müssen immer wieder erkämpft werden.“

Während der gemeinsamen Besichtigung zeigten sich Stephan Kirchner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bamberg, und Klaus Gallenz, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Bamberg, beeindruckt von der Reichhaltigkeit der exponierten Tafeln. Für Kirchner zeigt die Ausstellung die „erstaunliche Vielfalt an Ideen und Visionen“ der Lebenshilfe und „die Beharrlichkeit bei deren Umsetzung“. Klaus Gallenz hob hervor, dass die „Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe Bamberg“ auch das Ergebnis der „Kreativität“ der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewesen sei und brachte u.a. seine Dankbarkeit für die „unermüdliche Opferbereitschaft“ der Gründungsväter und -mütter der Lebenshilfe Bamberg zum Ausdruck.

Die Ausstellung kann bis Freitag, den 26.9.2014 kostenlos während der Öffnungszeiten der Sparkasse besucht werden. Diese sind: Montag bis Mittwoch und Freitag von 8 bis 16.30 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr.

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