Vortragsreihe „Bamberg: Militär und Stadt“ erfolgreich fortgesetzt

Redaktion
Dr. Ingrid Mayershofer, Dr. Gabriele Wiesemann, Prof. Dr. Sabine Freitag. Foto A. Schmidtpeter

Dr. Ingrid Mayershofer, Dr. Gabriele Wiesemann, Prof. Dr. Sabine Freitag. Foto A. Schmidtpeter (Togomedia)

Auch der zweite Vortrag der Reihe „Bamberg: Militär und Stadt“ stieß beim Publikum auf größtes Interesse. Die Münchener Historikerin Dr. Ingrid Mayershofer berichtete über das könglich bayerische 5. Infanterie-Regiment, kurz genannt die Bamberger „Fünfer“.

Mayershofer beschrieb sehr anschaulich anhand von Grafiken, wie das Bamberger Regiment in die Struktur des bayerischen Militärs eingebunden gewesen war. Im 19. Jahrhundert sei der bayerische König bzw. der Prinzregent Chef der bayerischen Armee gewesen, die Bamberger Regimenter gehörten zum 2. Armeekorps in Würzburg.

Die Regimenter wechselten gelegentlich die Standorte. Mayershofer berichtete, wie sie dennoch ihre Identität und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl pflegten, nämlich zum einen durch äußere Zeichen wie die gleiche Uniform und zum anderen durch Traditionspflege. Der Stolz der Soldaten auf ihr jeweiliges Regiment sei dadurch immer sehr groß gewesen.

Besonders interessant war die von Mayershofer detailliert ausgeführte Gegenüberstellung der beiden Bamberger Regimenter, der Infanterie („Fünfer“) und der Kavallerie (Ulanen). Während die „Fünfer“ als Regiment größer waren und auch einen größeren Durchlauf an Mannschaften hatten, waren die Ulanen kleiner und exklusiver. Die Offiziere der Infanterie kamen in der Regel aus Franken, es waren Bürgerliche. Die Offiziere der Ulanen kamen zwar auch aus Franken, aber eben aus dem fränkischen Adel.

Für die Stadt sei das Infanterie-Regiment besonders durch die hohen finanziellen Ausgaben wichtig gewesen, so Mayershofer. Die jährlichen Gesamtausgaben eines Regiments seien so hoch gewesen wie die einer größeren Stadt. Wenn auch größere Aufträge oft nach außerhalb vergeben worden seien, blieb doch der größte Posten, nämlich die Besoldung der Soldaten, in der Stadt, denn davon seien in der Regel Güter des täglichen Bedarfs erworben worden. Ebenso wichtig sei aber auch die Verbesserung der Infrastruktur gewesen, zum Beispiel die Einrichtung der Militärschwimmschule, von der auch die Bevölkerung profitierte. Besonders beliebt war die Militärkapelle des Infanterie-Regiments, die zuletzt unter Emil Burow spielte.

Nicht zuletzt seien die Soldaten Repräsentanten der staatlichen Macht im städtischen Raum gewesen. Sie sollten, so führte Mayershofer aus, die Bindung der Bevölkerung an die Person des bayerischen Königs und an das bayerische Vaterland festigen.

Die Referentin Dr. Ingrid Mayershofer

Dr. Ingrid Mayershofer hat an den Universitäten Freiburg, München und Augsburg studiert. Ihre Fächer waren Neuere und Neueste Geschichte, Kunstgeschichte und Romanische Literaturwissenschaft. Ihren Magisterabschluss erwarb sie in Augsburg bei Professor Wirsching.

Im Anschluss ging sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Sonderforschungsbereich 437 „Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft der Neuzeit“ der Universität Tübingen. Unter den vielen Habilitationsschriften und Dissertationen, die aus diesem über 10 Jahre laufenden Sonderforschungsbereich hervorgegangen sind, war auch ihre Dissertation, mit der sie 2007 bei Prof. Anselm Doering-Manteuffel promoviert wurde. Mayershofers umfangreiche Studie trägt den Titel „Bevölkerung und Militär in Bamberg 1860–1923. Eine bayerische Stadt und der preußisch-deutsche Militarismus.“ Sie ist 2010 als Buch erschienen.

Seit 2008 arbeitet Ingrid Mayershofer an der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität München. Sie ist zuständig für den Bereich Wissenschaftsmanagement, unter anderem für die Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses einschließt.

Die Vortragsreihe „Bamberg: Militär und Stadt“

Die Vortragsreihe „Bamberg: Militär und Stadt“ findet anlässlich der bevorstehenden Konversion statt. Im September 2014 zieht die U.S. Army aus Bamberg ab. Mehrere Kasernen und die Muna werden überplant. Die Vortragsreihe widmet sich der Geschichte der Kasernen und des Bamberger Militärs.

Die Vortragsreihe wird organisiert von Dr. Gabriele Wiesemann, Kunsthistorikerin in Bamberg, und Prof. Dr. Sabine Freitag, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bamberg.

Sie wird veranstaltet mit freundlicher Unterstützung der Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg e.V, dem Bürgerverein Bamberg-Mitte e.V., dem Historischen Verein Bamberg e.V. sowie der Universität Bamberg.

Den nächsten Vortrag hält am 5. Juni 2014 die Bamberger Architekturhistorikerin Dr. Johanna Blokker. Sie spricht über: „Architektur als Medium amerikanischer Kulturdipomatie in Deutschland nach 1945: Die Dominikanerkirche in Bamberg“.

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