Erfolgreiche aber erschreckende Bilanz – Ehrenamtliche Helfer sammeln über 2,5 Tonnen Müll am Main

Mitteilung aus dem Landratsamt Bamberg

KemmernLandkreis Bamberg/ Landkreis Lichtefels. Über 20 Vereine und Organisationen haben mit der Aktion „Mein Main muss sauber sein“ ein Zeichen zum Schutz der Umwelt und der Weltmeere gesetzt. Denn vor allem Plastik, das von den Flüsse irgendwann ins Meer geschwemmt wird, verschwindet nicht einfach, sondern gelangt über Fische und Meerestiere, welche die kleinen Plastikteile fressen, wieder zurück auf unsere Teller (www.saubere-meere.de).

Grob geschätzt sammelten die mehr als 150 ehrenamtlichen Helfer über 2,5 Tonnen Abfall. Und zwar sowohl vom Boot als auch vom Ufer aus. Neben den unvermeidlichen Glasflaschen, Plastiktüten, Dosen und Autoreifen war vom Kühlschrank bis zum Computermonitor alles dabei. Achtlos weggeworfene Glasscherben und Kronkorken führen im Sommer immer wieder zu bösen Schnittverletzungen. „Trauriger Höhepunkt war das Bergen eines motorisierten Zweirades, das nahe der Mainmündung im Wasser entsorgt wurde“ bereichet Josef Kröner von der Fischerzunft Bischberg, die sich schon seit Jahrzehnten für Main und Regnitz einsetzen.

Vor allem die Jüngsten waren überall mit Feuereifer dabei. Und nach getaner Arbeit genossen viele einen sonnigen Nachmittag bei Brotzeit, Bratwürsten oder einem spontanen Picknick. Und generationenübergreifend sind sich alle einig: im nächsten Jahr machen wir wieder mit und freuen uns auf noch mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer! Noch besser wäre es natürlich, wenn weniger Müll in der Landschaft landet oder am besten gar nicht erst entsteht. So hatte eine Teilnehmerin die Idee, die Zeit bis Ostern zum „Plastik-Fasten“ zu nutzen und möglichst nichts zu kaufen, das in Plastik eingepackt ist.

Die Aktion „Mein Main muss sauber sein“ fand anlässlich des jährlich am 22. März ausgerufenen Weltwassertages der Vereinten Nationen (www.tag-des-wassers.de) statt. Damit werden die zum Teil seit Jahrzehnten am Main ehrenamtlich organisierten Müll-Sammel-Aktionen gemeinsam präsentiert und auch viele neue Initiativen haben sich als Partner für den Main angeschlossen. Die Verwaltungen der Abfallwirtschaft der Landkreise Bamberg und Lichtenfels und die Kommunen vor Ort sowie die Flussmeisterstelle Lichtenfels des Wasserwirtschaftsamtes Kronach unterstützten die Aktion organisatorisch und mit der fachgerechten Entsorgung des Mülls.

2 Gedanken zu „Erfolgreiche aber erschreckende Bilanz – Ehrenamtliche Helfer sammeln über 2,5 Tonnen Müll am Main

  1. Das Thema hat sich dann ja bald von selbst erledigt.
    Wenn der Main sein Bett für den Superzug verlassen muss.
    Dann ist´s mit der Brüterei usw. auch vorbei.
    Aber die Leute vom Flußparadies Franken machen sich ja lieber für
    Bahnübergänge bei Kemmern stark.
    Das wird noch prima.
    In diesem Sinne.
    Ahoi

  2. Na ja – bei aller Anerkenntnis des Engagements bereiten mir zwei Aspekte gewaltige Bauchschmerzen:

    Zum einen höre ich immer wieder, wenn ich jemanden wegen achtlosen Müllwegwerfens (von der Zigarettenkippe bis zu Verpackungen aller Art) „in der Landschaft“ (aber auch auf der Straße) anspreche: „Das wird schon weggeräumt.“ Geben die regelmäßigen Sammelaktionen nicht so etwas wie eine scheinbare Legitimation, ermutigen zumindest zur Rücksichtslosigkeit? Daher bin ich in diesem Punkt ratlos.

    Zum anderen ist das Frühjahr die Zeit, in der Brutgeschäft und Jungenaufzucht stattfinden. Vielfach werden die gutwilligen „Müllsammler“ die Tierwelt hierbei beunruhigen und stören. Der Herbst wäre, denke ich, ein wesentlich geeigneterer Zeitraum. Das sollte dringendst überlegt werden.

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