Ohne sei’ Horn

Einhorn ohne Horn. Foto: Erich Weiß

Einhorn ohne Horn. Foto: Erich Weiß

Ilona Munique, des Einhorns Nachbarin vom Obstmarkt 10

Ohne sei’ Horn wär’s Einhorn als banales Pferd gebor’n …, so viel steht fest. Ohne gedrechseltes Elfenbein wäre das Bamberger Einhorn definitiv seiner Würde, seiner Großartigkeit und Einmaligkeit beraubt. Einen derart entmystifizierten, jämmerlichen und schamvollen Anblick bietet seit einigen Monaten das Einhorn am Hause Grüner Markt 3.

Mit Horn. Foto: Andreas Praefcke (CC-BY-3.0)

Mit Horn. Foto: Andreas Praefcke (CC-BY-3.0)

Weder die Nachfrage im „bunten“ Modehaus noch bei den beiden Arztpraxen konnte den Verbleib des Horns klären. Sollte es abhanden gekommen sein bei der Auflösung der Buchhandlung Görres im Nachbarhaus? Oder versehentlich beim Verladen von Rudi, the Red-Nose-Rentier, abgebrochen worden? Persönliche Filmaufnahmen von den genannten Abschiedsaktivitäten zeigten indes keine Pannen auf. Doch deutlich ist spätestens seit dem 28.12.2013 zu erkennen: kein gülden Horn mehr auf des Fabelwesens blassgrauer Stirne.

Die in Facebook vernetzte Bamberg-Gemeinde erinnert sich an die Diebstähle des Stabes der Kunigundenstatue an der Unteren Brücke. Sollte dem Einhorn dasselbe Schicksal beschieden worden sein? Und so wird weitergebohrt. Der Tipp einer Sprechstundenhilfe der ansässigen Zahnarztpraxis brachte schlussendlich des Rätsels Lösung: Zwar sind die Hausbesitzer in den Niederlanden wohnhaft, doch nicht, ohne eine Hausverwaltung benannt zu haben. Ein einfacher Anruf dort brachte es ans Licht: Das Horn wird derzeit vergoldet und „Ja, richtig, man müsste tatsächlich mal in der Werkstatt nachfragen, wie weit sie denn damit wären!“ Ach bitte, ja. Das wäre fabelhaft.

Ein unbekannter Leser schrieb:

gibt ja gottseidank noch eins! Aber wo denn?

Noch ein Einhorn

2 Gedanken zu „Ohne sei’ Horn

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