Mit dem Kaiserpaar auf Augenhöhe

Museumsleiter Holger Kempkens eröffnete die Ausstellung rund um das Kaisergrabmal, dessen Abguss links neben ihm zu sehen ist. Foto: Hendrik Steffens

Sonderausstellung zu 500 Jahren Kaisergrabmal von Heinrich und Kunigunde im Diözesanmuseum eröffnet

Bamberg. (bbk) Eine Sonderausstellung zum Thema „500 Jahre Kaisergrabmal von Tilman Riemenschneider“ ist am Donnerstag im Bamberger Diözesanmuseum eröffnet worden. Ein Gipsabguss der Deckplatte des berühmten Kaisergrabmals steht im Zentrum, umringt von Dokumenten, die die buchstäblich bewegte Geschichte des Kaisergrabes aufarbeiten. Wie oft das Grabmal seine Position im Dom änderte, welche Reliquien sich darin verbergen und warum Riemenschneider als einer der besten fränkischen Bildhauer seiner Zeit galt, erfahren Besucher der Ausstellung bis zum 12. Januar im Diözesanmuseum.

Die Liegefiguren des Gründerpaars im Dom sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Dort ist aber nur die Draufsicht von den Treppen zum Ostchor aus möglich. Ganz nah und auf Augenhöhe kann man ihnen nur in der neuen Ausstellung des Diözesanmuseums begegnen und die genau gearbeiteten Falten der Kleidung und die ebenmäßigen Züge in den Gesichtern des Kaiserpaars begutachten. „Riemenschneider hat den Figuren eine Beseeltheit verliehen“, sagt Museumsleiter Holger Kempkens und weist auf die Augen des gipsernen Heinrich. Ähnlichkeit mit dem echten Kaiserpaar haben die in spätgotischen Formen gearbeiteten Figuren allerdings nicht, denn im Jahr 1499, als Riemenschneider mit seiner Arbeit begann, war das genaue Aussehen des 1024 gestorbenen Kaisers Heinrich unbekannt.

Fertig geworden ist das Grabmal 1513. Zunächst stand es über dem historischen Bestattungsort im Kirchenschiff, der aber seit dem Domneubau im 13. Jahrhundert nicht mehr auf der Mittelachse lag. Da das Grab stets an zentraler Stelle stehen sollte, wechselte seine Position im 17., 19. und 20. Jahrhundert insgesamt viermal. Weshalb und wohin, darüber gibt die Ausstellung Aufschluss. Außerdem wird erklärt, was sich heute noch in dem Prachtgrab verbirgt, nachdem es über die Jahrhunderte mehrfach geöffnet wurde, die Gebeine umgebettet und Reliquienteile entnommen wurden. Eine reich bestickte Grabdecke von 1737, Karten, Bilder und Buchseiten, die den Dom und dessen berühmtestes Kunstwerk über die Jahrhunderte abbilden, vervollständigen die Ausstellung, die Museumsleiter Kempkens als einen „Gang durch die Geschichte des Kaisergrabs über fünf Jahrhunderte“ beschreibt.

Die Ausstellung dauert bis 12. Januar 2014 und kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Zugang zur Sonderausstellung ist im regulären Museumseintritt inbegriffen: Erwachsene zahlen 4 Euro, der ermäßigte Eintritt beträgt 3 Euro. Kinder unter 15 Jahren in Begleitung ihrer Eltern erhalten freien Eintritt. In der Zeit vom 19. bis 28. November ist das Museum wegen Umbauarbeiten geschlossen.

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