Mode macht Mut – Museum macht Mut

 Ina Wunder / Fotos: Erich Weiß

Mode und Museum, was kann die beiden verbinden? Auch wenn das Historische Museum der Stadt über keine spezielle Textilsammlung verfügt, finden Sie in diesem Hause viele Zeugnisse, die direkt oder indirekt auch die Geschichte der Kleidung erzählen.

Schauen Sie sich die Ausstellung zur Bürgerkultur des 19. Jahrhunderts an, und Sie können auf etlichen Porträts Kleidung und Accessoires studieren, aber auch die dazu gehörige Haltung ihrer Trägerinnen. Stellen Sie sich vor, wie sich eine Damengesellschaft in ihren Biedermeiermöbeln bewegt hat und überlegen Sie, was sie von uns heute unterscheiden könnte.

Historisches Museum im Festtagsgewand

Das Museum bietet reichhaltige Möglichkeiten für derartige Vergleiche.

Und solch einen Vergleich möchten wir Ihnen in unserer Modenschau zeigen. Wir konnten historische Kostüme aus dem Theaterfundus ausleihen und wollen Ihnen an leibhaftigen  Modellen vorführen, wie sich über einen Zeitraum von gut 150 Jahren die Kleidung von Frauen verändert hat, wie sie immer neue Silhouetten prägt und den weiblichen Körper formt, vielleicht auch zuweilen verformt.

Wir können Ihnen nur das Erscheinungsbild zeigen, aber vielleicht verhilft Ihnen Ihre eigene Erinnerung an Erzählungen von Müttern und Großmüttern oder an Frauengestalten aus der Literatur zu einem umfassenderen Bild: was nämlich erzählen die Kostüme über Frauenleben vergangener Zeiten.

Sie dürfen uns bitte nicht auf historische Genauigkeit festnageln, wir können nur Assoziationen erwecken. Unsere  historische Reise beginnt ungefähr um  die Mitte des 19. Jahrhunderts und endet mit einem Kleid des Sommers 2013 aus der Produktion von Mode macht Mut.

Mode macht Mut also: wer sind wir und was machen wir?

Wir beschäftigen ehemals erwerbslose Frauen, produzieren aus gespendeten Materialen,  entweder indem wir ganz neue Modelle anfertigen oder  vorhandenen Kleidungsstücken einen neuen Akzent verleihen.

Wir betreiben unsere Werkstatt und unseren Laden in der Luitpoldstraße 25 und gehören den sozialen Betrieben der Laufer Mühle an.

Ich erinnere mich gut an ein Gefühl, dass – immer wenn der Sommer zu Ende ging – ich voller Erwartung und Ungeduld war, wieder warme Pullover zu spüren oder eine dicke Jacke anziehen zu können. Ich weiß nicht, ob Sie diese Empfindung auch kennen, für mich war sie immer verbunden mit Vorfreude auf etwas Neues und fast Großes.

Vielleicht können wir dieses Gefühl der Erwartung mit der Präsentation unserer Herbstkollektion bei Ihnen provozieren, das wäre schön.

Unsere Kollektion besteht  aus Einzelstücken und kleinen Serien, jedes Produkt ist jedoch ein Unikat.

Hin und wieder haben wir uns hinreißen lassen zu einer Erinnerung an den Sommer, das werden Sie an den Farben erkennen.

Da unsere Stoffe gespendet sind und somit nicht unbedingt aktuelle Trends wiederspiegeln, tragen sie per se Geschichte in sich.

Unsere Produkte sind deswegen immer sowohl historisch als auch aktuell. Auch das werden Sie feststellen an der Auswahl der Stoffe und Materialien.

Ihr ganz besonderes Augenmerk möchten wir auf unsere Stickereien lenken, die viel Geschick und Geduld erfordern.

Dem Trend zur Kapuze können wir nicht widerstehen.

Und zum Schluss werden wir Ihnen ein Experiment präsentieren, entstanden aus der Zusammenarbeit mit einer Studentin des Fachbereichs Textildesign der Hochschule Münchberg und Ihnen vorführen, wie konzeptionell entworfene Kleidung aussehen kann, die gleichzeitig tragbar ist.

Die zugrundeliegende Idee heißt „upside – down“ , oder zu deutsch „auf den Kopf gestellt“.

Die Modelle werden getragen  von Frauen des Projektes, Freundinnen von Mode macht  Mut und Schülerinnen des Maria-Ward Gymnasiums.

Musikalischer Nachklang mit „No, je ne regrette rien.“

Ein wundervoller Abend in diesen schönen ehrwürdigen Räumen. Von Herzen möchten wir dem Geburtstagskind, den Museen der Stadt Bamberg, unsere besten Wünsche aussprechen zu seinem respektablen Alter und ihm alles erdenklich Gute für die Zukunft wünschen.

Wir freuen uns sehr, bei dieser Geburtstagsfeier mitwirken zu dürfen und bedanken uns von ganzem Herzen bei der Direktorin, Frau Dr. Regina Haneman, dass sie uns diese Tür geöffnet hat.

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Mode macht Mut! / Druck macht Mode – eine Gemeinschaftsarbeit von Mode macht Mut und Maria-Ward GymnasiumDas internationale Sommerfest im Malerviertel 2013 /

Ein Gedanke zu „Mode macht Mut – Museum macht Mut

  1. Im Laden von MMM in der Luitpoldstraße gibt es auschließlich Einzelstücke!
    Garantiert nichts „von der Stange“.
    Habe auch schon dort gekauft.
    Und wer seine Nähkörbe vom Stickgarn, Bordüren und Knöpfen über Reißverschluss bis Stoffe räumen mag, ist aufgefordert, seine Schätze dort in Gute Hände abzugeben.
    Empfehlenswert das Projekt und auch das Geschäft.
    Ich wünsche mir noch, dass ab und zu etwas für die Männerwelt dabei ist:
    Mützen, Schals, Taschen oder auch trendige Jacken.

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