Landtagswahl in Bayern

Redaktion

Das Wahlergebnis der bayerischen Landtagswahl hat keine größeren Veränderungen hervorgebracht (hier). Dass die bisherige Regierungspartei FDP nicht mehr im Landtag vertreten sein wird, wird in der praktischen Politik kaum spürbar sein. Die Vormacht der CSU hat erfolgreich den kleinen Partner rausgekickt. Die, die regieren wollten, SPD, Grüne, Freie Wähler, werden das nicht tun. Viele fleißige Abgeordnete, die allerdings dank der CSU-Schwäche nach der letzten Wahl 2008 den Sprung in den Landtag schafften, werden nicht mehr dabei sein. Für diese wird es noch schwieriger, sich Gehör zu verschaffen. Allen Affairen und Skandalen zum Trotz, Verwandtenbeschäftigung, Justizskandal um Mollath, Atomein- und Wiederausstieg, Donau-Aus- und doch nicht Ausbau, wird Bayern weniger bunt, sondern eher schwärzer.

Woran das liegt?

Liegt es daran, dass der durchschnittliche CSU-Wähler 60 Jahre und älter ist, eher katholisch und über einen Hauptschulabschluss verfügt (Tabelle)? Der durchschnittliche SPD-Wähler in Bayern gehört ebenfalls dieser Altersgruppe an, ist eher weiblich, evangelisch oder gehört keiner Konfession an, verfügt über die Hochschulreife oder einen Hochschulabschluss. Der durchschnittliche Grünen-Wähler ist eher jünger, ebenfalls weiblich, bekennt sich eher zu keiner Konfession und verfügt eher über einen Hochschulabschluss.

Hierzu passend hat sich die Bundestags-Grüne Elisabeth Scharfenberg vergangenen Samstag in der Hofer Fußgängerzone mit ihrem gealterten Konterfei gezeigt.

Mitteilung der Bundestags-Grüne Elisabeth Scharfenberg

Der demografische Wandel hat auch mein Gesicht

Mit einem Hingucker erregte die Bundestagsabgeordnete am letzten Samstag in der Hofer Fußgängerzone Aufsehen. Sie stellte fest: „Der demografische Wandel hat auch mein Gesicht und Alter geht uns alle an!“ Um ein Zeichen zu setzen, warb sie mit einem Foto, das sie selbst um Jahre gealtert zeigt. Dem Alter ins Auge schauen und zu erkennen dass jeder altert, also auch man selbst, sei nicht einfach, erklärt Elisabeth ‚Scharfenberg.

Viel zu oft sehe man das Thema Altern und Pflegebedürftigkeit weit abgetrennt von sich selbst. Als Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik in der grünen Bundestagsfraktion kenne sie die Tabuisierung dieser Themen. Alter, Hilfebedürftigkeit, Pflege und nicht zuletzt auch Sterben und Tod werden von den Menschen verdrängt. Zu Angstbesetzt sei die Auseinandersetzung damit. In einer Gesellschaft, in der Jugend und Attraktivität eine enorm große Rolle spiele, sei es schwierig, diese Tabuthemen in die Diskussion zu bringen. Dabei gehe Pflege und der menschwürdige Umgang mit Pflegebedürftigen wirklich jeden an. „Pflege ist keine Frage des Alters und kann jeden zu jeder Zeit treffen,“ so Elisabeth Scharfenberg. Gerade in einer Region wie Oberfranken, in der die Sterberate höher als die Geburtenrate sowie der Wegzug höher als der Zuzug sei, dürfe diese Entwicklung nicht ausgeblendet werden sondern müsse dringend aktiv gestaltet werden, so Elisabeth Scharfenberg.

3 Gedanken zu „Landtagswahl in Bayern

  1. Alte katholische Männer mit einfachem Bildungsabschluss wählen CSU, gebildetete, protestantische ältere Frauen SPD und junge, gebildete Frauen grün – okay, und der Rest (mittlere Bildungsabschlüsse, junge Männer, ungebildete Frauen,…)? Alles Nichtwähler? Und woher kommen die Wähler der Freien Wähler?

    Auch wenn die Tendenz so existieren mag, ist dies doch eine recht kurz gegriffene Interpretation.

    Eine interessante Frage warf allerdings ein Kollge von mir einen Tag nach der Wahl auf:
    HypoAlpeAdria, Verwandtenaffäre, Mollath unschuldig weggesperrt, völliges Zickzack in der Energiepolitik, eine PKW-Maut, die doch nicht kommen kann (wegen EU-Recht) – was muss eigentlich noch passieren, damit die Leute kapieren, dass man wählen kann, in welches Kästchen man sein Kreuz macht?

  2. Jene, die wirklich über unser Geschick bestimmen, kann man gar nicht wählen. Da hat noch nicht mal der Herr Seehofer, oder die Frau Merkel die Wahl.
    Das sollte sich doch langsam herumgesprochen haben.

  3. es ist fatal und kurzsichtig, dies nur mit dem alter zu erklären! im tv haben sie statistiken gezeigt, das auch die jugend zu 40% die csu-diktatur wählen würde. es liegt also nicht nur an den monarchie-träumern.

    auf jeden fall ein böses zeichen, dass die schwarzen auch die buchstaben der medien gut im griff haben. denn ohne eine willige und vorsätzlich schweigende presse wären die skandale öffentlich geworden. oder hat wer diese falschen „verwandten-politiker“ ganz offen den lesern gezeigt? nein.

    aber vielleicht müssen ja rudroff und müller sogar noch vor gericht wenn es nach 2004 doch illegal gewesen sein sollte, seine frauen mit steuerfreien geldern zu beschäftigen? alleine die schonungslose aufklärung in den csu-hörigen gazetten hat total gefehlt.

    oder auch die unkritische duldung von verschwendung in der landesbank. wo bleibt da die aufklärung?
    sozial ist was unterbezahlte arbeit schafft ist das leitmotiv von „Adu-Asu“. das „C“ musste dem geld- und machtgierigen „A“ für a-sozial weichen. aber das merkt der uninformierte bürger erst viel zu spät, nach der wahl. aber dafür in der eigenen börse

    ein trost bleibt für bamberg 2014
    es sind 3 große und 4 kleine gruppen am start plus einem neuen störenfried für die stadtwahl. könnte gruselig enden für manchen amigo

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