Eat it local

Jérôme Grad

Pankraz Eck mit frischen Eiern. Foto: Erich Weiß

Bamberg auf dem Weg zur FairTrade Stadt. Mitte Februar berichteten wir in der Bamberger Onlinezeitung davon. Nun läuft noch bis 5. Mai die weltweit von Transfair durchgeführte Initiative „Fair Frühstücken“, an der auch die Stadt Bamberg ihre Bürger beteiligen möchte.

Fairtrade Produkte kommen zumeist aus Entwicklungsländern. Das Fairtrade Siegel garantiert einen fair ausgehandelten Preis – auch im Sinne der Hersteller in Afrika und Südamerika. Solche Produkte finden auch ihren Anklang bei den Mitgliedern der öKoop.

öKoop – die Bamberger Lebensmittelkooperative

öKoop, das ist eine Bamberger Lebensmittel-Kooperative, oder neudeutsch auch foodcoop genannt. Dieser freiwillige Zusammenschluss von vornehmlich Studenten zeichnet sich in erster Linie durch den fairen Einkauf von biologischen Produkten aus. Der Unterschied zu Fairtrade ist der direkte Kontakt von Konsumenten zu den Erzeugern, den regionalen Bauern. Pankraz Ott aus Ampferbach – Der Mühlott – haben wir schon vorgestellt. Die monatlichen Rezepte von Monika Schau unter Kultur-Lebensart sind voll von regionalen Tipps.

Seit 2007 existiert die Kooperative öKoop in Bamberg. Aktuell zahlen 20–25 aktiv beteiligte Mitglieder monatlich je einen Euro Unkostenbeitrag. Auch wenn viele der Gründungsmitglieder nicht mehr in Bamberg wohnhaft sind, lebt die Idee weiter.

Ein positiver Effekt neben der Förderung des direkten Handels mit den regionalen Bauern ist die Erhaltung der kleinbäuerlichen Strukturen rund um die Domstadt. Zudem wird nicht nur ein ökologisches Alltagsverhalten ins Bewusstsein des Verbrauchers gerückt, auch der Konsument selbst tut sich etwas Gutes: Er bezieht frische, saisonabhängige Zutaten direkt vom Erzeuger und ohne lange Transportwege.

Jeden Samstag geht ein Mitglied abwechselnd hierfür auf den wöchentlich stattfindenden Bauernmarkt an der nördlichen Promenade. In dieser Woche hat Jonathan den sogenannten „Kellerdienst“.

Jonathan im öKoop Keller-Lager. Foto: Jérôme Grad

Er verschafft sich zunächst einen Überblick über die wöchentlichen Bestellungen der Mitglieder. Daraufhin kauft er die entsprechenden Produkte bei den Bauern ein. Aufgrund der regelmäßigen Bestellungen haben die Bauern die Gewissheit, dass sie stets eine gewisse Produktmenge verkaufen. Somit können sie ihre Produkte der öKoop zu preiswerten Konditionen anbieten. Da der Kontakt direkt erfolgt und der Einzelhandel wegfällt, sind die Produkte für die Mitglieder günstiger zu erwerben.

Persönliche Verbindung zu den Bauern schafft Vertrauen

Für diese Woche stehen Spinat, Käse, Brot und Eier auf dem Einkaufszettel. Bei Robert Werner kauft Jonathan den Spinat und ein wenig Schnittlauch. „Das geht beides immer schnell weg“, berichtet Jonathan bedenkenlos. Käse, Brot und Eier besorgt er bei Pankraz Eck, dem Mühlott. Beide Bauern besitzen das Bioland-Siegel, womit der ökologische Anbau gewährleistet ist.

Jonathan beim Einkauf am Stand von Robert Werner. Foto: Jérôme Grad

Für Jonathan ist das persönliche Kennen der Bauern ein wesentlicher Aspekt. „Die unbehandelte, frische Milch mit mehr Inhaltsstoffen ist für mich ein Genuss. Ich kenne den Bauern und die Kühe. Es schmeckt mir einfach besser, wenn ich weiß, woher es kommt.“

Im Anschluss wird der Einkauf mittels Fahrradanhänger in das Keller-Lager der öKoop gebracht, wo nun die Mitglieder ihre Einkäufe abholen können. Bezahlt wird per Prepaidverfahren. Zunächst wird auf ein Konto das Guthaben aufgeladen, das dann mit der Bestellung der Mitglieder verrechnet wird.

Auch wenn es vorkommt, dass nicht alle Bestellungen wunschgemäß erfüllt werden, macht das Konzept Sinn. Denn somit wird sichergestellt, dass nur das Benötigte gekauft wird. Ein „Wegschmeißen“ der Ware, wie bei Discountern üblich, ist hier nicht an der Tagesordnung.

Bei Interesse: www.oekoop-bamberg.de

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