Ein Thema, das alle angeht: Plastikmüll

Redaktion

Körbe vom Korbmarkt in Bamberg. Foto: Erich Weiß

Bereits im September letzten Jahres haben wir unseren Lesern eine der tatsächlichen Katastrophen vorgestellt: eine, die in den Weltmeeren stattfindet: Ein Kontinent aus Plastikmüll – Mitten im Pazifik. Nun hat das Umweltbundesamt einen Beitrag zu diesem Thema gewidmet und fordert eine Abgabe auf Plastiktüten. Zurzeit berät eine internationale Konferenz in Berlin vor allem über die zunehmende Gefährdung der Meere durch Müll. „100 bis 140 Millionen Tonnen Müll liegen in den Weltmeeren. Zum Teil sind Müllstrudel aus dem Weltall erkennbar“, sagte Herr Flasbarth vom Umweltbundesamt. „Das ist ein Güterzug vollgepackt mit Meeresmüll von hier zum Mond und halb zurück“, beschrieb er. Wie viel Mikroplastik über den Fischkonsum in die Nahrungskette des Menschen gelangt, ist laut Flasbarth noch relativ unbekannt. Ein zunehmendes Problem seien Mikroplastikteilchen zur Stabilisierung etwa in Kosmetika, die von den Kläranlagen nicht erwischt werden und so über das Abwasser in den Meeren landen können. Hinzu komme der ganze Müll in der Schifffahrt, sei es bei Kreuzfahrten oder Containerschiffen, der über Bord geworfen werde.

Was kann Jede und Jeder tun? Augen auf beim Einkauf und Taschen sowie Körbe mitnehmen!

Mitteilung des Umweltbundesamtes

Thema der Woche

Immer mehr Müll im Meer

Plastikmüll. Foto: Petra Hutner

Der neuste Fund war 17 Kilogramm schwer. So viel Müll fanden Forscher in einem toten Pottwal im Süden Spaniens: Gewächshausfolien, Kleiderbügel, Blumentöpfe. Im Durchschnitt treiben auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche schon rund 13.000 Plastikmüllpartikel. Der Handlungsbedarf ist also unübersehbar. In Deutschland und der EU sollen die Meere bis 2020 einen ‚guten Umweltzustand‘ erreichen. Um das zu erreichen, müssen in allererster Linie weitere Mülleinträge in die Meere verhindert  werden. Gefragt sind wirkungsvolle Lösungen: Ansatzpunkte zur Vermeidung weiterer Einträge und Verbesserung bestehender Vorgaben gibt es viele, nun muss man sicherstellen, dass diese auch umgesetzt werden. Dazu gehören die Verbesserung des Abfallmanagements auf See und die stärkere Sensibilisierung von Schiffsbesatzungen, die Einführung einer allgemeinen Bezahlpflicht von Plastiktüten – wie in Irland bereits geschehen – die Prüfung der Übertragbarkeit des in Ostseehäfen praktizierten „No-Special-Fee“-Systems, bei dem die Entsorgungsgebühren bereits in den Hafengebühren enthalten sind und die Verhinderung der weiteren Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten. Um weitere Maßnahmen zu definieren und wirksame Aktionspläne gegen den Meeresmüll in europäischen Meeresregionen vorzubereiten, tagt diese Woche die internationale Marine-Litter-Conference, die das UBA gemeinsam mit dem BMU in Kooperation mit der Europäischen Kommission organisiert. Die Präsentation der Abschlussergebnisse können Sie per Webstream verfolgen.

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