Seine Hoffnung waren die Kinder. Der große Musiker und Schauspieler, der wunderbare Mensch Mark Aizikovitch ist nicht mehr (auf dieser Welt). Ohne ihn hätte es die Bamberger Klezmertage vermutlich nie gegeben.

Von Musicouskuß

Ja, es ist tatsächlich so, als habe er damit gewartet, mit seinem Ableben, mit dem Tod, bis die Zehnten Bamberger Klezmertage vorüber waren, damit die Stimmung dort nicht ins tiefe Moll gedrückt werde. Mark Aizikovitch, im Sommer 1946 in der Ukraine geboren, ist am 17. März in Berlin, wo er seit 1990 mit seiner Familie zuhause war, einem Krebsleiden, von dem er lange schon wußte, erlegen.

„Meine Hoffnung“, sagte Aizikovitch in einem Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen, „sind die Kinder. Mann muss ihnen beibringen, dass der Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, ein Mensch ist.“ Diese Einsicht zu vermitteln und weiterzugeben, war ein großes Anliegen des Liedermachers, Schauspielers und Sängers, für das er sich bei den Berliner Märchentagen und bei Schulbesuchen engagierte.

Enge Verbindungen bestanden auch nach Bamberg, denn die Klezmertage würde es ohne Aizikovitch kaum geben. Albert Herrnleben lernte Aizikovitch vor einer Dekade im Hackeschen Hoftheater kennen. Seinem Freund und Vertrauten schickt er, auf der Internetpräsenz der Bamberger Klezmertage, einen persönlich gefärbten, bewegenden Nachruf hinterher. „Ein grandioser Sänger, ein wunderbarer Schauspieler UND ein Freund hat uns verlassen“, schreibt Herrnleben.

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