Touristenzahlen explodieren – kritische Nachfragen unerwünscht

Redaktion

In der Sitzung des Kultursenats vergangene Woche wurden die Tourismuszahlen vom Tourismusdirektor Andreas Christl den Fraktionen vorgestellt. Dabei reihte sich in der Präsentation der Zahlen ein Superlativ nach dem anderen. Dank der Landesgartenschau und des Dom-Millenniums wurden erneut Rekordzahlen vermeldet. Mit 564.600 Übernachtungsgästen ein Plus von 11,5% im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Ankünften zählte man 313.930 in den gewerblichen Betrieben in Bamberg 12,6% mehr im Vergleich zu 2011. Von 2003 mit 285.181 Übernachtungen auf 564.600 in 2011 – quasi eine Verdopplung.
Auch im Vergleich zu anderen Städten und im Überblicksvergleich mit Regionen schneidet Bamberg prozentual weitaus besser ab. 175.000 mehr Übernachtungen in den letzten drei Jahren sind gleichbedeutend mit 45 Prozent Steigerung dieser Zahlen. In der Region unerreicht.

Quelle: Sitzungsvorlage Kultursenatssitzung 07.03.2013

Die Arbeit des TKS wartete ebenfalls mit Rekordzahlen auf. Eine Steigerung von 27 % der Facebook-Fans (mittlerweile insgesamt 27.000) und 850.000 Besucher der TKS-Website www.bamberg.info bedeuten 25% mehr Besucherzahlen.

Kritische Nachfragen nicht gern gesehen

Doch nicht nur die positiven Effekte des Tourismus sollten aufgezeigt werden, auch die negativen Folgen sowie weitere Verbesserungsvorschläge hätten diskutiert werden wollen. Dies versuchten in der Kultursenatssitzung vergangene Woche einige Mitglieder (Freie Wähler- und GAL-Vertreter). Doch sämtliche Anstrengungen wurden vertröstet. Mit den immer wiederkehrenden Aussagen, man beachte ja deren Bedenken und beschäftige sich bereits mit der Thematik, wurden Anfragen und kritische Betrachtungsweisen bei Seite gewischt. Dennoch stellen sich viele Fragen, die noch unbeantwortet sind:

Während die Inlandsübernachtungen im letzten Jahr um 14 Prozent stiegen, stagnierten die Auslandsübernachtungen auf dem gleichen Niveau. Was wird hier unternommen?
Die Aufenthaltsdauer beträgt unverändert 1,8 Tage. Was wird hier an Projekten angeschoben, um die Touristen länger in Bamberg zu halten? Um den gewünschten, weil sanfteren und besser zu Bamberg passenden Mehrtagestourismus zu fördern?
Was ist mit der südlichen Promenade? Auch wenn nach Aussagen von Bürgermeister Werner Hipelius lediglich 10% der vorbeifahrenden Busse dem Tourismus zugeschrieben werden, ist dies ein Thema (Busse an der südlichen Promenade: Die BASTA-Politik des Oberbürgermeisters).
Was ist mit den überlaufenen Denkmälern? Der Dom öffnet bereits nur noch zu bestimmten Besuchszeiten für Touristen. Durch die Initiative Domberg werde seitens der Stadt der Versuch angeschoben, die Touristen in die Museen zu locken. Ein Konzept, wie die Tagestouristen-Massen jedoch geordnet vom Domplatz weiterziehen könnten, besteht (noch) nicht. Weitere verstopfte und chaotische Bürgersteigverhältnisse drohen.

Gut wiederum ist der Ansatz, die derzeitige Übernachtungsvermittlung des TKS von 25% aller Übernachtungsgäste zu steigern. Im Vergleich zu den Internetportalen sieht Christl jedoch nur die Chance, bei den Gästen mit verschiedenen Gesamtpaketen (Anreise, Übernachtung, bambergCard etc.) zu landen. Auf rein preislicher Ebene wird die Gunst der Übernachtungsgäste nicht zu gewinnen sein. Dennoch bemüht man sich um eine Besserstellung seitens der Hotelbetreiber, hierbei ist man aber noch in Gesprächen.

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Bamberger Tourismus boomt weiterhin 

2 Gedanken zu „Touristenzahlen explodieren – kritische Nachfragen unerwünscht

  1. Hinweis:
    „Bei den Ankünften zählte man 313.930 in den gewerblichen Betrieben in Bamberg –12,6% mehr im Vergleich zu 2011.“

    Im ersten Absatz sollten es wohl keine -12,6% sondern +12,6% mehr Ankünfte sein!
    Hier währe die Verwendung eines Kommas sinnvoller.

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