Tongrube Mistelgau

Dipl.-Geol. Christian Schulbert

Tongrube. Foto: Christian Schulbert

Seit dem 1. August 2005 ist der Betrieb in der Tongrube Mistelgau eingestellt (hier). Wenige Wochen zuvor hatte der Besitzer, die Firma Dehn Ziegel, den Betrieb an den Konzern Wienerberger verkauft und sofort stillgelegt. Dadurch gingen alle Arbeitsplätze vor Ort verloren. Die Ziegelhütte wurde in der folgenden Zeit entkernt, die Maschinen wohl nach Albanien abtransportiert. Die Stilllegung bietet aber auch Chancen für den Erhalt der Grube als Geotop oder Geopark. Einem Schicksal der Grube als Mülldeponie oder als Übungsgelände für diverse  Motorsportarten steht die Ausweisung als Naturschutzgebiet und Geotop entgegen.

Es wird derzeit, unter Federführung des Bayerischen Geoparks an einer „geologischen“ Lösung gearbeitet, welche unter anderem den Aufkauf des Grubengeländes durch die Gemeinde Mistelgau und die weitere Zugänglichkeit der Grube für Sammler beinhaltet.

Im Juli 2009 wurde das Grubengelände von der Gemeinde Mistelgau aufgekauft. Ende Juli begannen die Bauarbeiten zur Einzäunung. Jetzt müssen noch bergrechtliche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden

Die Grube ist bekannt für ihren Fossilreichtum. Und – obwohl in der Vergangenheit schwierig an eine Betretungserlaubnis zu kommen war – sind Mistelgauer Fossilien in vielen Sammlungen anzutreffen. Mistelgau ist unter dem Stichwort „Silberschnecken“ und „Belemnitenschlachtfeld“ berühmt geworden.

Meinen ersten Kontakt zu Mistelgau bekam ich 1998, als ich zusammen mit Mitgliedern der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth in die Grube durfte. Für eine Diplomarbeit zur Biostratigraphie des Lias/Dogger Grenzbereichs erhielt ich im Weiteren durch Vermittlung der NWG eine Grabungserlaubnis der Firma Dehn Ziegel Mistelgau.

Pressemitteilung Ulrike Gote (MdL)
Urwelt-Erlebnisgrube Mistelgau
MdL Ulrike Gote setzt sich für Förderung ein und erhält positive Signale aus München
In den vergangenen Jahren waren in der Tongrube Mistelgau immer wieder zahlreiche Fossilien geborgen worden, darunter auch spektakuläre größere Wirbeltiere, vor allem Fischsaurier, aber auch Krokodile und Plesiosaurier. Dies hat dazu geführt, dass seit einiger Zeit Planungen und Vorarbeiten für die Errichtung einer Urwelt-Erlebnisgrube in Mistelgau (Landkreis Bayreuth) laufen. Die oberfränkische Landtagsabgeordnete und Diplom-Geoökologin Ulrike Gote, MdL unterstützt dieses Vorhaben.„Die Tongrube in Mistelgau ist einzigartig, nicht nur als Ort spektakulärer Fossilienfunde, sondern auch als ehemaliger Standort der Ölschiefergewinnung“, führt Gote, Mitglied im Fraktionsvorstand der Grünen im Bayerischen Landtag aus. „Ich begrüße und unterstütze daher die Entwicklung eines Konzepts für eine Erlebnisgrube.“ Dabei, so die Abgeordnete weiter, wäre es wichtig, allen Belangen gleichermaßen gerecht zu werden, der Forschung, dem Erleben und der Schaffung eines Industriedenkmals.„Diese vielen Facetten, machen das Projekt für mich besonders reizvoll,“ sagt Ulrike Gote, die sich deshalb bereits an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, aber auch an das Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth GbR gewandt hat, um sich über den aktuellen Sachstand zu informieren, nachdem sie sowohl vom Förderverein Region Neubürg e.V. als auch von der naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e.V. um Unterstützung gebeten worden war. Ihre Recherchen hätten ergeben, dass das Projekt einer Umwelt-Erlebnisgrube Mistelgau im Wissenschaftsministerium mit großem Interesse zur Kenntnis genommen worden sei.„Keinesfalls darf es soweit kommen, dass die Grube verkauft und zu einer Müll- oder Bauschuttdeponie umfunktioniert wird. Das wäre ein Skandal, den es mit allen Mitteln zu verhindern gilt“, fordert Gote, die hofft, dass seitens des Staatsministeriums schnell erste Schritte zur Sicherung der Tongrube eingeleitet werden.

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