Buntes Waldpicknick im Steigerwald

Naturschutzverbände stellen Besonderheit des Steigerwaldes heraus

Viel Spaß hatten die großen und kleinen Besucher des ersten Waldpicknicks im Steigerwald auf dem weitläufigen Marswaldspielplatz zwischen Zell am Ebersberg und Oberschleichach. Neben fröhlicher Live-Musik gab es interessante Führungen, zahlreiche Attraktionen für jung und alt und viele Informationen zum Lebensraum Buchenwald. Die Bund Naturschutz Ortsgruppe Eltmann-Steigerwald und der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald freuten sich als Veranstalter über die gute Resonanz bei den Besuchern.

Warum brauchen Spechte alte Wälder?

Wie schätze ich die Größe eines Baums, was erlebt die Wildkatze im Wald, warum brauchen Spechte alte Wälder und welche Pflanze ist das? Die Teilnehmer der Waldführungen wussten es hinterher genau. Die ganze Zeit über tobten die Kinder auf dem Spielplatz herum oder tanzten zur fröhlichen Live-Musik. In der Holzwerkstatt wurde eifrig gebastelt, am Stand für das Kinderschminken gab es eine schöne Maskenauswahl und im Wunschwald konnten gute Wünsche für den Wald auf ein Papier-Blatt geschrieben werden. Nicht nur die kleinen Gäste lauschten der Märchenerzählerin im großen Zelt gebannt. Gegen Ende wurden die Gewinner des Wald-Quiz ausgelost, die sich über attraktive Preise freuten.

Besonderheit und Einzigartigkeit des Steigerwalds betont

Über die Besonderheit des Nordsteigerwalds und warum im Steigerwald sowohl Natur als auch Menschen von einem Nationalpark profitieren würden, konnten die Besucher am Infostand Einiges erfahren. Die großen Unterschiede zwischen naturnahen Wirtschaftswäldern und nutzungsfreien Waldschutzgebieten, wie Nationalparken, wurden mittels Bildern dargestellt. Weil alle Bäume im Naturwald die Chance haben uralt zu werden, gibt es dort wesentlich mehr Lebensraum und Nahrung für waldtypische Arten. Um ausreichend große Populationen zu erhalten, brauchen dies Arten auch nutzungsfreie Wälder auf großer Fläche. Nutzungsfreie Trittsteine sind dafür zu klein, sie dienen, wie der Name schon sagt, als Trittsteine der Ausbreitung und Vernetzung der Arten. Eine naturnahe Bewirtschaftung ist wichtig, damit Holz als nachwachsender Rohstoff genutzt werden kann. Dafür wird aber der allergrößte Teil der Holzbiomasse entnommen und die Bäume erreichen nur ein Drittel bis ein Viertel ihrer natürlichen Lebensspanne.

Nicht „entweder, oder“ sondern „sowohl, als auch“

Für Wirtschaftswälder, die momentan ca. 99 % der Waldfläche Deutschlands ausmachen, ist eine naturnahe, nachhaltige Nutzung ein gutes Konzept. Fortschrittliche naturschutzorientierte Forstbetriebe wie in Ebrach sind dafür Wegbereiter. Die Naturschutzverbände fordern aber, dass eine nachhaltige Waldwirtschaft noch einen zweiten Baustein umfassen muss: neben einem naturnahen Wirtschaftswald auf 95 % der Waldfläche muss es nutzungsfreie Waldschutzgebiete auf 5 % der Waldfläche geben, die auf den öffentlichen Wald begrenzt sein sollen. Denn kein naturnaher Wirtschaftswald mit Trittsteinen kann ein großflächiges nutzungsfreies Waldschutzgebiet ersetzen. Nachhaltigkeit bedeutet beides zu erhalten: Holz und Artenvielfalt.

Die Talentsuche

Der Nordsteigerwald ist eine der wertvollsten Buchenwaldflächen in ganz Deutschlands auf der großflächiger Schutz der natürlichen Abläufe noch Sinn macht. Sein Prädikat „welterbewürdig“ stellt eine Auszeichnung von großer Seltenheit, hohem Rang und hohem Potential für die Regionalentwicklung dar, denn es gibt deutschlandweit nur 5 Buchenwaldgebiete, die zum UNESCO-Erbe der Menschheit zählen. Der Titel „Nationalpark“ birgt eine ähnliche Chance, es gibt nur 14 Nationalparke in der gesamten Bundesrepublik. Derart ausgezeichnete Premium-Regionen können für ihre Aufgaben in Bezug auf Artenvielfalt, Forschung und Umweltbildung jährlich hohe Fördergelder und Einnahmen verzeichnen.

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