IHK: „Meuterei in der Handelskammer“

Redaktion

Nicht nur in der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) regt sich Kritik (siehe Süddeutsche Zeitung Meuterei in der Handelskammer). Auch in Baden-Württemberg (siehe SWR und Stuttgarter Nachrichten) ist der Unmut über die Zwangsmitgliedschaft dokumentiert – IHKs sind berufsständische Körperschaften des öffentlichen Rechts und bestehen aus Unternehmen einer Region. Alle Gewerbetreibenden und Unternehmen mit Ausnahme reiner Handwerksunternehmen, Landwirtschaften und Freiberufler (welche nicht ins Handelsregister eingetragen sind) gehören ihnen per Gesetz an. Besonders die kleineren und mittelständischen Unternehmen, es sind derzeit etwa 60 Unternehmen im Raum Stuffgart, fühlen sich im Monopol-Verband nicht angemessen vertreten. Die Kritik an der Berliner IHK geht jedoch noch weiter, denn dort stehen auch die Gehälter in den IHK-Spitzen und die Immobilien unter Beschuss. Pro KMU, so heißt eine Initiative kleinerer und mittlerer Unternehmer, möchte die IHK Berlin reformieren. Wichtige Punkte sind die stärkere Berücksichtigung der kleinen und mittelständigen Unternehmen, mehr Transparenz, Beschränkung auf die Kernkompetenzen, wie Aus- und Weiterbildung, Wirtschaftspolitik sowie Recht, weg vom Manager zum ehrbaren Kaufmann, Umstellung der Beitragsordnung und Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft. Die Diskussion innerhalb der Berliner IHK ist besonders heikel, soll doch deren Präsident Anfang September den Vorsitz der Bundes-IHK übernehmen, der DIHK, und damit 3,6 Mio kleine, mittlere und große Unternehmen vertreten.

Auch der Bundesverband für freie Kammern e.V. (BffK) gehört zu den Kritikern, er geht auf eine 1995 gegründete Interessengemeinschaft zurück, die kaum später im Verein „IHK Verweigerer e.V.“ zusammenlief, und deren erster hauptamtlicher Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes derzeit Kai Boeddinghaus ist.

Die Industrie- und Handelskammern nehmen für sich in Anspruch, die Interessen der Unternehmen zu vertreten.

Das können sie aber nur sehr bedingt. Denn gibt es ein Gesamtinteresse von Siemens und einem Kioskbesitzer? Was dem einen hilft, könnte dem anderen schaden. Ein neues Kraftwerk mag nützlich sein für einen Aluminiumhersteller. Nicht aber für eine Werbeagentur. Besonders heikel werden in den eigenen Reihen politische Äußerungen im Namen der Unternehmen erachtet. In Hamburg beispielsweise gibt die Handelskammer Statements ab wie „Deckel für die A7“ oder „Hamburg und die Universiade“ (Anm. der Redaktion Weltsportspiele der Studenten). 

In diesem Zusammenhang soll auf einen ARD-Fernsehbeitrag von Kontraste verwiesen sein, der 2009 Misswirtschaft und üppige Pensionen in den Fokus stellte.

Unmut über die IHK Oberfranken mit ca. 47.000 Mitgliedsfirmen lässt sich nachlesen, nachdem die Wahl des Präsidenten auch in 2012 geheim war (Bericht). Die Pleite der IHK Akademie in Bayreuth erregte Unmut und hatte juristische Folgen (Justiz Bayern).

Ein Gedanke zu „IHK: „Meuterei in der Handelskammer“

  1. Ich bin seit mehr als 30 Jahren selbständig (mit verschiedenen GmbH´s und als Einzelunternehmer), NOCH NIE fühlte ich mich von der IHK-BW vertreten, immer nur abgezockt und nun auch noch vera…. !!!
    Unfreundlich, rechthaberisch und hochherrschaftlich begegnete man mir heute Vormittag (Deutschtest für meine Frau = hören, verstehen, sprechen innerhalb 1 Minute) 3 Fragen in schippischem, gestressten an ausländerfeindlichem grenzendem Ton = Ausschluss von der (Muss)-Veranstaltung Gaststättenunterrichtung !!! Und das MUSS ich auch noch seit 30 Jahren finanzieren, damit die IHK verhaltens- und erfolgsunabhängige Einnahmen hat. JEDER FREIE UNTERNEHMER WÄRE LÄNGST PLEITE !!! Und viele Voraussetzungen die der Gesetzgeber verlangt sind nur über bzw. mit der IHK zu erfüllen! Konkurrenz würde auch hier mehr als gut tun.
    RF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.