Windkraft ausbauen – Energiewende umsetzen!

Mitglieder des Vierether Kuckucks-Ei e.V. übergeben ihre Stellungnahme und 128 Unterstützerunterschriften dem Geschäftsführer des Planungsverbandes Ofr-West, Herrn Klaus Motschenbacher. Foto: Erich Weiß

Das Vierether Kuckucks-Ei fordert seit langem, die Energiewende entschieden voranzutreiben. Am besten gelingt dies mit lokalen Mitteln, denn dadurch sind wir unabhängig von Öl- und Gaslieferungen oder Solarstrom (Desertec) aus instabilen Weltregionen (Naher Osten, Russland, Nordafrika).

Neben einer massiven Reduktion unseres Energieverbrauchs müssen konsequent die erneuerbaren Energiequellen erschlossen werden. Am wirtschaftlichsten ist dies zur Zeit und nach allen Schätzungen auch bis auf weiteres durch die Windkraft möglich. Daher begrüßt das Vierether Kuckucks-Ei die Ausweisung neuer Vorrangflächen.

Allerdings decken die vom Planungsverband Oberfranken-West geplanten Flächen nur ca. 10% des Bedarfs: Für den jetzigen Stromverbrauch in Stadt und Landkreis Bamberg wären ca. 250 Windräder der 2,5 MW-Klasse (Klima-Allianz / Potentialstudie) nötig. Selbst wenn es gelingt, den Stromverbrauch in Haushalten, Gewerbe und Industrie spürbar zu senken, wird die langfristig forcierte Elektromobilität (als Ersatz für die noch klimaschädlicheren Benzin/Dieselfahrzeuge) verhindern, dass der Stromverbrauch insgesamt massiv zurück geht. Daher fordert das Kuckucks-Ei, dass wesentlich mehr Flächen ausgewiesen werden, und v.a. dass auch bisher kategorisch ausgeklammerte Landschaftsschutzgebiet in die Planung einbezogen werden. Dies ist besonders wichtig, weil auf den herausragenden Bergen besonders gute Windverhältnisse herrschen. Auch die Bayerische Regierung hat dies erkannt und lässt Windkraftanlagen in solchen Gebieten zu.

Karin Zieg übergibt eine Landkarte mit geeigneten Flächen. Foto: Erich Weiß

Die Energiewende mit vollständigem Umstieg auf Erneuerbare ist unsere einzige Chance, um langfristig als industrialisierte Gesellschaft zu überleben. Nachdem die Rückkehr zu vorindustriellen Verhältnissen weder wünschenswert, noch politisch durchsetzbar, oder bei der jetzigen Bevölkerungsdichte überhaupt machbar wäre, ist der Eingriff den Windräder in Landschaft und Natur bedeuten das deutlich kleinere Übel. Den Verweis auf zukünftige Technologien, die uns im Sinne einer Guten Fee von allen Energiesorgen befreien sollen, halten wir für gefährliche Realitätsverweigerung. Wir wollen jetzt und hier vor Ort unsere Energieprobleme mit den verfügbaren technischen Möglichkeiten verantwortungsbewusst lösen, und sie nicht durch zögern und zaudern den folgenden Generationen in sich dramatisch verschärfender Last aufbürden.

Dieser Meinung schließen sich 128 verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger unserer Region mit ihrer Unterschrift an. Wir betonen, dass die meisten von den Unterschreibenden keinerlei wirtschaftliche Vorteile aus den Windrädern ziehen, sondern die Energiewende als unumgängliche Notwendigkeit für die Zukunft unserer Kinder und Enkel erkannt haben.

Im Zuge der Bürgerbeteiligung an diesem Verfahren fordern wir das Landratsamt Bamberg auf, die Argumente der Unterzeichner zu prüfen und verlangen inhaltliche Antworten. Insbesondere muss sich das Landratsamt Bamberg bei der Regierung von Oberfranken und dem Planungsverband Oberfranken-West dafür einsetzen, dass Windvorrangflächen ausgewiesen werden, mit denen die selbstgesteckten Ziele der Klima-Allianz erreicht werden können. Die zwingende Logik gebietet daher, die ausgewiesenen Windkraft-Vorrangflächen rund zu verzehnfachen.

In diesem Sinne überreichen wir die Unterschriften persönlich im Landratsamt Bamberg und kündigen an, das Verfahren weiterhin kritisch zu begleiten und die notwendigen Schritte einzufordern, um die Energiewende zu erreichen. Für eine lebenswerte Zukunft der nachfolgenden Generationen müssen wir jetzt bereit sein mutige Schritte zu tun.

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