Lesewetter

Fritz Froschelmann

Wenn man dem derzeitigen Sommer etwas Positives abgewinnen will, könnte man sagen, dass er uns ,gemütliches Lesewetter’ beschert. Da hätte ich zufälliger Weise auch gleich einen hochkarätigen Lektürevorschlag:

Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren. Roman.

Das Buch stammt zwar schon aus dem Jahr 2006, aber es ist alles andere als angestaubt. Wer es noch nicht kennt, sich aber für raffiniert geschriebene, spannende, gleichwohl erstklassige deutsche Literatur interessiert, sollte den Roman aufschlagen. Sofort! (Am Ende wird das Wetter doch bald wieder schwimmbadaffiner, man kann ja nie wissen …) Vielleicht sei noch soviel verraten: Es geht in dem Buch um eine, evtl. sogar zwei deutsch-österreichische Liebesgeschichte(n). (Staun, staun, liebe Fußballfreunde: dergleichen Kuriositäten gibt’s tatsächlich in der Welt!) Die Haupthandlung wird aber nicht einfach heruntererzählt, wie man das so gewohnt ist, sondern ergibt sich indirekt aus dem Gespräch bzw. Interview zwischen dem Autor Wolf Haas und einer Kulturredakteurin („Literaturbeilage“) über seinen jüngst erschienenen Roman. Klingt jetzt viel komplizierter, als es sich liest – genießen Sie die Konstruktion und lassen Sie sich nicht davon abschrecken!

PS. Wolf Haas ist in den letzten Jahren hauptsächlich durch seine Brenner-Krimi-Reihe und deren Verfilmungen (z.B. „Der Knochenmann“) einem größeren Publikum bekannt geworden; der hier empfohlene Roman hat mit diesen Krimis nichts zu tun. Dafür eine Menge mit dem Wetter.

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