Muttersprachliche Informationen zur Gesundheit

Interkulturelle Gesundheitsmediatoren zertifiziert

21 Männer und Frauen aus Bamberg, die sowohl Deutsch als auch eine andere Muttersprache sprechen, haben sich im Rahmen des Gesundheitsprojekts „Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Bayern (MiMi)“ zu interkulturellen Gesundheitsmediatoren ausbilden lassen. Die frischgebackenen MiMi-Gesundheitsmediatoren nahmen ihre offiziellen Zertifikate am Samstag, 7. Juli, im Rahmen des Interkulturellen Fests auf dem Maxplatz von Oberbürgermeister Andreas Starke und der bayerischen Gesundheitsstaatsekretärin Melanie Huml entgegen.

Interkulturelle Gesundheitsmediatoren sind Männer und Frauen mit Migrationshintergrund, die nützliches und praktisches Wissen rund um Gesundheit und Prävention vermitteln – und das in Türkisch, Russisch, Spanisch und vielen weiteren Sprachen. Angesprochen werden sollen Migrantinnen und Migranten verschiedenster Herkunftsländer.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund von Sprachbarrieren oder fehlender Vertrautheit mit dem deutschen Gesundheitssystem häufig beim Zugang zu Gesundheitsinformationen, Beratung und Therapien benachteiligt sind. Die interkulturellen MiMi-Mediatoren setzen hier an und erleichtern die Kontaktaufnahme zu Beratungsstellen, Ärzten oder anderen Gesundheitsdiensten.

Starke gratulierte den frisch gebackenen Gesundheitsmediatoren zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung. „Sie leisten einen außerordentlich wichtigen Beitrag dazu, dass das Wissen um Gesundheit und Vorsorge in unserer Bevölkerung gerecht verteilt ist. Denn unser Ziel ist, dass alle Menschen, egal, woher sie kommen und welche Sprache sie sprechen, gut über Gesundheit, Prävention und Gesundheitsleitungen informiert sind“, sagte das Bamberger Stadtoberhaupt.

Starke und Huml ermunterten die Mediatoren, ihr umfangreiches Wissen über das Gesundheitssystem und gesunde Lebensweisen bei zahlreichen Informationsveranstaltungen weiterzugeben. „Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu unserer Gesellschaft. Um ihnen den Schutz der eigenen Gesundheit zu erleichtern, stehen ihnen jetzt 21 Helfer zur Seite. Mit Rat und Tat sensibilisieren die Mediatoren für einen gesunden Lebensstil und mehr Prävention. Denn: Integration ist auch ein Gesundheitsthema“, betonte Huml.

Bei den kostenlosen Informationsterminen für interessierte Eltern, Erwachsene, Jugendliche oder Senioren erfahren die Teilnehmer mehr über das deutsche Gesundheitssystem und erhalten viele Tipps rund um Vorsorge, Ernährung, Suchtprävention, Kindergesundheit, seelische Gesundheit oder Schwangerschaft und Familienplanung.

Kindergärten, Beratungsstellen, Arztpraxen oder andere Einrichtungen können die Gesundheitsmediatoren mit der Durchführung einer interkulturellen Gesundheitsveranstaltung beauftragen. Mehr Informationen sind bei der Koordinationsstelle des Projekts in der Stadt Bamberg erhältlich (E-Mail: kos@stadt.bamberg.de, Tel. 0951 87-1442).

Das MiMi-Projekt Bayern wird von den Betriebskrankenkassen in Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit gefördert. Das Ethno-Medizinische  Zentrum e. V. führt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg und dem Fachbereich Gesundheitswesen im Landratsamt Bamberg durch. In ganz Bayern wurden bisher über 180 Gesundheitsmediatoren ausgebildet und zertifiziert.

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