Allianzen für kulturelle Teilhabe in Stadt und Land: MIXED UP Jurys küren gelungene Kooperationen zwischen Kultur und Schule

Mixed up

Remscheid, 20.6.2012 Während Fußballfans noch dem Viertelfinale der Europa-meisterschaft entgegenfiebern, stehen die Titelträger bei den Kooperationen zwischen Kultur und Schule schon fest. Vom Oderbruch über Freiburg bis Bamberg, vom achtwöchigen Entschulungsprojekt über „Pocket Movies“ bis zur Schulkooperation mit der Schwerindustrie: Die regionalen Rahmenbedingungen, Konzepte und Kooperationsformate der diesjährigen Gewinner des MIXED UP Wettbewerbs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) sind vielfältig und decken ein breites Spektrum von Kooperationsmodellen ab.

„Es ist ermutigend, dass es so viele qualitativ hochwertige Projekte gibt“

Am 17. und 18. Juni kamen in Leipzig und Bremen die MIXED UP Jurys zusammen, um aus 80 Finalisten die diesjährigen Preisträger zu ermitteln. Insgesamt hatten sich 378 Bewerber am Wettbewerb beteiligt. „Es ist ermutigend, dass es so viele qualitativ hochwertige Projekte gibt“, sagte Cornelia von Ilsemann, Vorsitzende des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz und Mitglied der MIXED UP Fachjury. Es werde deutlich, „dass es viel Zusammenarbeit gibt, die sich zu etablieren scheint.“

Die feierliche Vergabe der MIXED UP Kulturpreise durch das BMFSFJ wird am Donnerstag, 20. September 2012, im Rahmen eines bundesweiten Fachforums „KulturLand – Netzwerke bilden im ländlichen Raum“ in der fabrik Potsdam stattfinden.

Gewonnen haben:

  • Das Theater Kontra-Punkt mit der Realschule Benrath und der DEMA Cranes AG (Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen): Die Kooperation führt sehr unterschiedliche Partner zusammen und konfrontiert diese mit Ansätzen des neuen Musiktheaters. Realschüler/innen und Auszubildende der Schwerindustrie begeben sich in eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Technik und verwandeln ihren Arbeitsplatz in eine Kunstwiese.
  • Die Anne-Frank-Grundschule Freiburg und das Theater Karawane (Freiburg, Baden-Württemberg): Im Rahmen einer langfristig angelegten Kooperation entwickeln die Partner ein künstlerisch-kreatives Schulprofil. Unter Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft wird die Verankerung Kultureller Bildung in der Schule konsequent vorangetrieben.
  • Der Kultur- und Schulservice Bamberg (Bayern) in Kooperation mit über 60 Kulturpartnern und 20 Bildungseinrichtungen: Hier ist ein stadt- und landkreisweites Netzwerk entstanden, um Kulturelle Bildung dauerhaft im Kindergarten- und Schulalltag zu verankern. Im Rahmen der „Kultur.Klassen“ werden Bildungseinrichtungen für Kulturelle Bildung sensibilisiert und im Hinblick auf eine (mögliche) kulturelle Profilbildung unterstützt.

Der Start Up Preis geht an:

  • Die Zinnschmelze und die Stadtteilschulen Barmbek und Helmuth Hübener (Hamburg): Sie haben mit dem Projekt „Pocket Movie – Die Verwandlung“ Jugendliche zur kreativen und künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrem Stadtteil angeregt. Das Medium Handy wird hier neu genutzt und lädt die Schüler/innen zu künstlerischer Eigeninitiative ein.

Den Preis der Jugendjury erhält:

  • Die Laborschule Bielefeld in Kooperation mit dem Theaterlabor (Bielefeld, Nordrhein-Westfalen): Mit dem achtwöchigen Entschulungsprojekt „Schlaraffenland“ wurde ein besonderer Raum für Kultur in der Schule geschaffen. „Was hier den Schülern/innen der 8. Klasse zugetraut – und zugemutet – wird, hat für uns Modellcharakter“, schreibt die MIXED UP Jugendjury zu ihrer Entscheidung. „‚Zugemutet‘ deshalb, weil die Schüler/innen am eigenen Leib erfahren, wie viel Arbeit mit Freiheit verbunden sein kann. Das ist lebensnah und lebenspraktisch und zeigt beispielhaft, was die Verzahnung von Kultur und Schule bewirken kann.“

Den Sonderpreis KulturLand gewinnt:

  • Das Projekt „Focus on Landscape“: Die Akademie für Landschaftskommunikation und verschiedene Grundschulen im Oderbruch (Brandenburg) erproben unter Beteiligung regionaler Partner künstlerische Ansätze landschaftskundlicher Bildung. Die konkrete Lebensumgebung wird hier in den Blick genommen, ästhetisch erfasst, mit sozialräumlichen Aspekten zusammengebracht und für den Unterricht verfügbar gemacht.

Der gemeinsam vom Bundesjugendministerium und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V. ausgelobte Wettbewerb MIXED UP will die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit, Kultur und Schule verbessern und jungen Menschen Teilhabemöglichkeiten an Musik, Spiel, Theater, Tanz, Rhythmik, bildnerischem Gestalten, Literatur, Medien und Zirkus bieten. Durch die Förderung kultureller Bildungsangebote an Schulen schafft er Voraussetzungen für ganzheitliche Bildung und unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung.

Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der kulturellen Bildung

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder-Jugendbildung e.V. (BKJ) ist der Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie versteht sich als Sprachrohr der kulturellen Bildung und vertritt die jugend-, bildungs- und kulturpolitischen Interessen. Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang. Unter dem Dach der BKJ sind 55 Organisationen aus den Bereichen Musik, Spiel, Theater, Tanz, Rhythmik, bildnerisches Gestalten, Literatur, Museum, Medien, Zirkus und kulturpädagogische Fortbildung vertreten. Sie ist der zentrale Fachpartner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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